Eichenprozessionsspinner im Spreewald: Wasserwege gesperrt, Tourismus in Sorge
Eichenprozessionsspinner: Wasserwege im Spreewald gesperrt

Giftige Raupen legen Wasserwege im Spreewald lahm

Die Sperrung von Wasserwegen im unteren Spreewald aufgrund des Eichenprozessionsspinners bringt die Urlaubsregion nach Worten von Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach in eine schwierige Situation. Die Hauptsaison in den Sommerferien sei der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine solche Sperrung, sagte der SPD-Politiker im Spreewaldort Schlepzig vor Bürgern und Touristikern, die teils verärgert reagierten. Jedoch sei der Schritt notwendig, „weil Gefahr für Leib und Leben besteht, weil die Wasserwege einfach nicht mehr sicher sind“.

Paddelboot-Verleiher beklagen Umsatzeinbußen

Paddelboot-Verleiher etwa beklagten, dass ihr Geschäft eingeschränkt sei und Urlauber ihre Aufenthalte stornierten. Nun sollen die gesperrten Fließe im unteren Spreewald rasch kontrolliert und Forst-Mitarbeiter in Schutzanzügen und mit Maske Sicherungsarbeiten an Bäumen durchführen. Nach und nach sollen die Gewässer dann wieder freigegeben werden, kündigten Crumbach und Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) an.

Klimawandel begünstigt Ausbreitung der Raupen

Begünstigt durch den Klimawandel und durch die warmen Temperaturen sei die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners extrem nach oben geschnellt, sagte Umweltministerin Mittelstädt. Sie sprach sich dafür aus, im kommenden Frühjahr großflächig ein Biozid zur Bekämpfung der Raupe des Nachtfalters einzusetzen. Bis zum Herbst dieses Jahres werden ihr zufolge zunächst landesweit Daten zum Befall in Brandenburg erfasst und die Vorbereitungen für den Einsatz im nächsten Jahr in die Wege geleitet.

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Umsturzgefahr von Bäumen und Gesundheitsrisiken

In dem betroffenen Gebiet im unteren Spreewald besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Die Behörden hätten die Sicherungsarbeiten entlang der Gewässer wegen des Eichenprozessionsspinners zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit einstellen müssen. Die giftigen Brennhaare, die die Raupen hinterlassen, könnten auch jetzt noch Gesundheitsbeschwerden auslösen.

45 Kilometer Wasserwege sind betroffen

Die Sperrung betrifft einen kleinen Teil der Wasserwege im Spreewald. Laut Verkehrsministerium sind von insgesamt 1.600 Kilometer Fließen etwa 45 Kilometer betroffen. Die winzigen Brennhaare der Raupen dieses Nachtfalters enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich.

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