Die Erdbeer-Hochsaison in Schleswig-Holstein und Hamburg ist vielerorts beendet. Aufgrund großer Hitze endet die Erntezeit in diesem Jahr früher als üblich. Enno Glantz vom Erdbeerhof Glantz berichtet, dass nur noch zwölf der insgesamt rund 240 Verkaufsstände geöffnet sind – das entspricht etwa zehn Prozent. Die übrigen Stände wurden bereits abgebaut.
Hitze verkürzt Erntezeit und beeinträchtigt Erträge
Glantz, der auf seinem Hof in Delingsdorf (Kreis Stormarn) und in Hohen Wieschendorf (Nordwestmecklenburg) auf 180 Hektar anbaut, spricht von einer „Durchschnittsernte“. Die Wetterkapriolen hätten die Ernte erschwert: „Ich hatte mir mehr erhofft, weil wir gut in die Ernte gegangen sind – Hitze mögen die Erdbeeren nicht – bis 25 Grad fühlt sie sich wohl, dann macht sie dicht, dann ist es Stress.“ Die Kombination aus Hitze und anschließend kühleren Tagen sei besonders für die Spätsorten problematisch gewesen. Genaue Ertragszahlen könne er noch nicht nennen, da die Saison komplett abgeschlossen sei.
Traditionell fällt die Erdbeerhochsaison laut Glantz auf den Zeitraum vom 1. bis zum 20. Juni, wenn mehr Früchte vom Freilandanbau kommen. Der Frühanbau erfolgt bei Glantz unter Folientunneln. Im geschützten Anbau werden 35 Prozent seiner Erdbeeren angebaut. Um die Saison zu verlängern, baut er verschiedene Sorten an, die jeweils etwa vier Wochen Früchte tragen.
Erdbeerhof Jensen: Kürzere Erntezeit, mehr Industrielieferungen
Auch beim Erdbeerhof Jensen in Sörup (Kreis Schleswig-Flensburg) fällt die Bilanz durchwachsen aus. Betreiber Jensen erklärt: „Die Erntezeit ist dieses Jahr früher zu Ende, wegen der großen Hitze.“ Die Erträge seien zwar durchschnittlich bis leicht darüber gewesen, aber die Erntezeit sei um etwa eine Woche verkürzt worden. „Wir haben bisschen mehr, aber kürzer geerntet.“ Da die reifen Früchte schnell verarbeitet werden mussten, lieferte Jensen größere Mengen als sonst an die Industrie, etwa für Marmelade. Normalerweise sei das Ziel, möglichst viele Früchte direkt an Kunden zu verkaufen.
Jensen beginnt nun mit dem Abbau der ersten Stände und verkauft noch bis Ende Juli. In anderen Jahren waren seine Früchte an den Ständen im Raum Angeln, Flensburg, Schleswig, an der Ostküste und in Nordfriesland teilweise bis Ende August erhältlich. Auch die Zeit für Selbstpflücker endete in diesem Jahr früher.



