Fünfter Castor-Transport mit Atommüll auf dem Weg nach Ahaus in NRW
Fünfter Castor-Transport mit Atommüll nach Ahaus

Ein weiterer Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll ist auf dem Weg von Jülich nach Ahaus. Der Schwerlasttransport durchquert Nordrhein-Westfalen und führt zu temporären Autobahnsperrungen im Rheinland und Münsterland. Dies bestätigte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es ist der fünfte Castor-Transport seit Ende März, als die Serie begann.

Transport im Konvoi mit Polizeischutz

Der Transport erfolgt in einem Fahrzeugkonvoi. Die Polizei sichert die unangekündigte Aktion mit schätzungsweise mehreren Hundert Beamten entlang der Strecke sowie an Start- und Zielort. Aus Sicherheitsgründen werden die genaue Route und Ausweichstrecken nicht bekannt gegeben. Während der Durchfahrt werden Autobahnabschnitte gesperrt. Für die rund 170 Kilometer lange Strecke werden etwa vier Stunden benötigt.

Proteste angekündigt, aber friedlich

Wie bei den vorherigen Transporten gab es auch diesmal Proteste gegen die Verlagerung des hoch radioaktiven Atommülls. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ veranstaltete eine Mahnwache in Jülich, die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ eine weitere in Ahaus. Der Polizeisprecher sagte am Abend, alle Teilnehmer seien friedlich gewesen und es habe keine Probleme gegeben. Auch die ersten vier nächtlichen Transporte verliefen ohne Zwischenfälle, begleitet von einem Großaufgebot der Polizei.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Transportgenehmigung könnte verlängert werden

Die Transporte nach Ahaus könnten sich länger hinziehen als ursprünglich geplant. Das Transportunternehmen Orano hat eine Verlängerung der Transportgenehmigung um ein Jahr bis August 2028 beantragt, wie ein Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mitteilte. Die Entsorgungsgesellschaft ist Auftraggeberin der Transporte. Der WDR hatte zuerst darüber berichtet.

Hintergrund: 152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus

In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor, der von 1967 bis 1988 in Betrieb war. Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.

Größter Atommüll-Transport auf der Straße seit Jahrzehnten

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil dort die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei dem Transport durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration