Hitzewelle in Potsdam: A115 gesperrt, 41,7 Grad in Brandenburg
Hitzewelle: A115 gesperrt, 41,7 Grad in Brandenburg

Die Hitzewelle in Brandenburg hat am Sonntag zu einem neuen deutschen Spitzenwert geführt: In Neißemünde (Landkreis Oder-Spree) wurden 41,7 Grad Celsius gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Damit wurde der Rekord vom Vortag in Baruth (40,8 Grad) übertroffen. Auch Potsdam knackte die 40-Grad-Marke: Der DWD gab für die Landeshauptstadt eine vorläufige Höchsttemperatur von 40,4 Grad an. Die A115 in Fahrtrichtung Nuthetal musste wegen eines Hitzeschadens gesperrt werden.

A115 gesperrt: Asphalt durch Hitze angehoben

Wegen eines Hitzeschadens ist die A115 in Fahrtrichtung Nuthetal zwischen Potsdam-Drewitz und der Anschlussstelle Saarmund voll gesperrt. Wie die Polizei mitteilte, hat sich der Asphalt durch die hohen Temperaturen angehoben und die Fahrbahn beschädigt. Der Verkehr wird an der Anschlussstelle Potsdam-Drewitz von der Autobahn geleitet. Die Autobahnmeisterei kümmert sich um die Reparatur. Wie lange die Sperrung andauert, war zunächst unklar.

Auch auf anderen Autobahnen gab es Einschränkungen: Die A2 zwischen Ziesar und Wollin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) bleibt in Fahrtrichtung Berlin wegen Reparaturarbeiten weiterhin voll gesperrt. In Sachsen-Anhalt musste bei Irxleben ebenfalls in Richtung Berlin gesperrt werden. Der seit Donnerstag voll gesperrte Abschnitt bei Burg in Richtung Hannover wurde am Sonntagnachmittag wieder freigegeben.

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Krankenhäuser bleiben ruhig trotz Rekordhitze

Trotz der extremen Temperaturen hielt sich die Zahl hitzebedingter Notfälle in den Potsdamer Krankenhäusern in Grenzen. Im Klinikum Ernst von Bergmann wurden am Wochenende sechs Kinder in der Kinder-Notaufnahme hitzebedingt behandelt. Bei den Erwachsenen wurden bis Sonntagnachmittag um 17.30 Uhr 19 Personen mit hitzebedingten Erkrankungen – überwiegend Überhitzung oder Dehydrierung – eingeliefert. „Man hat in den Notaufnahmen zwar gemerkt, dass es sehr heiß draußen gewesen sein muss, aber die Zahl der behandelten Personen war nicht übermäßig“, sagte Klinikumssprecherin Stefanie Siefke.

Im Alexianer St. Josefs-Krankenhaus blieb die Lage in der Zentralen Notaufnahme über das gesamte Wochenende ruhig, wie Sprecher Benjamin Stengl mitteilte. „Hitzebedingte Notfälle stellten keinen Schwerpunkt dar.“ Vereinzelt seien Patientinnen und Patienten mit Dehydrierung oder Kreislaufproblemen ambulant versorgt worden. Stationäre Aufnahmen aufgrund hitzebedingter Erkrankungen seien nicht erforderlich gewesen, so Stengl.

DLRG: Volle Strände, keine Badetoten

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zog für Brandenburg eine gemischte Bilanz. Es habe nach bisherigem Stand an den märkischen Badestellen keine Badetoten gegeben, sagte ein DLRG-Sprecher. Allerdings seien an Badestellen viele Menschen mit Kreislaufproblemen gemeldet worden. Die Betroffenen wurden gekühlt und mit Wasser versorgt. Schlimmere Verletzungen gab es laut DLRG-Sprecher nicht. Die Badestrände waren rappelvoll: „Wir hatten einen sehr großen Besucherandrang. Es war sehr voll, aber alles friedlich.“

Waldbrandgefahr gesunken – Regen hilft

Nach mehreren Waldbränden am Wochenende deutet sich bei der Waldbrandgefahr vorerst Entspannung an. Zum Wochenstart galt in fast allen Landkreisen eine geringe Gefahr (Stufe 2 von 5), wie aus Daten des Forst- und Umweltministeriums hervorging. Die mittlere Stufe 3 wurde für die Landkreise Barnim, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald errechnet. Der Waldbrand in der Gohrischheide ist unter Kontrolle: Das Feuer hat sich in der Nacht zu Montag nicht weiter ausgebreitet, wie die Behörden mitteilten.

Wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und leichter Sandböden ist Brandenburg besonders anfällig für Waldbrände. Meist entstehen die Feuer aber durch fahrlässige Brandstiftung.

Wetterumschwung: Ab Montag kühler und regnerisch

Der Deutsche Wetterdienst sagt für Montag Temperaturen zwischen 27 und 31 Grad in Berlin und Brandenburg voraus. Dazu ziehen Regen und Gewitter auf, besonders im Süden und Südwesten Brandenburgs. Der DWD warnt vor Starkregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, örtlich sogar bis zu 60 Litern. In der Nacht auf Dienstag ziehen die Schauer und Gewitter südostwärts ab. Im Nordwesten bleibt es trocken. Die Temperaturen sinken auf 14 bis 19 Grad.

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Am Dienstag ist es wechselnd bewölkt und meist trocken bei höchstens 26 bis 29 Grad. Die Hitzewelle ist damit vorerst gebrochen.