Hitzewelle in Berlin: Temperaturrekord mit 39,9 Grad, Freibäder geschlossen
Hitzewelle Berlin: Rekordhitze, Freibäder dicht

Mit 39,9 Grad Celsius in Berlin-Tempelhof hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag einen neuen Hitzerekord für die Hauptstadt gemessen. Der bisherige Höchstwert von 38,9 Grad aus dem Jahr 2015 wurde damit deutlich übertroffen. In Brandenburg wurden sogar 40,8 Grad in Baruth registriert. Die extreme Hitze führte zu zahlreichen Beeinträchtigungen: Die Berliner Feuerwehr verzeichnete mit 2055 Einsätzen rund 500 mehr als an einem normalen Tag, der Schwerpunkt lag auf Notfallrettungen wegen Kreislaufproblemen. Zudem gab es mehr als 120 Brände – doppelt so viele wie üblich.

Freibäder überfüllt: Ticketstopp und lange Schlangen

Bereits am Vormittag bildeten sich vor den Berliner Freibädern lange Schlangen. Das Sommerbad Mariendorf meldete eine Schlange von rund 50 Metern vor der Öffnung um 7 Uhr. Im Laufe des Tages stoppten fast alle Bäder den Ticketverkauf, darunter das Sommerbad Humboldthain und Pankow. Nur noch Besucher mit gebuchten Zeitfenster-Tickets oder Abos wurden eingelassen. Einzig das Strandbad Wannsee hatte laut Website der Berliner Bäder-Betriebe noch Kapazitäten. Vor dem Sommerbad Mariendorf war die Polizei mit Megafonen im Einsatz, um die Menschen zu informieren – rund 400 Wartende standen dort. Auch am Prinzenbad in Kreuzberg bildeten sich drei Schlangen von je 15 Metern Länge. Alexander Fremdwelt, 44, war extra früh aufgestanden: „Gestern waren wir im Sommerbad an der Seestraße. Bis mittags hat es dort Spaß gemacht, danach war es zu voll.“

Wasserwerfer der Polizei und Hitzeopfer

Die Berliner Polizei setzte zwei Wasserwerfer ein, um die Bevölkerung abzukühlen. Erster Halt war das Brandenburger Tor, gefolgt vom Potsdamer Platz. 9000 Liter Wasser wurden bereits versprüht, die Tanks mussten nachgefüllt werden. Die Beamten erzeugten Sprühregen, in dem sich Passanten erfrischen konnten. Tragische Vorfälle überschatteten den Tag: Im Hafen Tempelhof und am Jungfernheideteich wurden zwei leblose Männer aus dem Wasser geborgen; Reanimationsversuche blieben erfolglos. Am U-Bahnhof Innsbrucker Platz erlitt ein Fahrgast einen Kreislaufstillstand, konnte aber reanimiert werden. Die Feuerwehr rückte zudem zu 27 Unwettereinsätzen im Berliner Westen aus, unter anderem wegen umgestürzter Bäume in Spandau.

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Versorgungsengpässe und Ausfälle

In Neukölln waren Ventilatoren in Baumärkten, Elektronikfachgeschäften und Haushaltswarenläden ausverkauft. Ein Rewe-Getränkemarkt in Friedrichshain blieb wegen fehlender Klimaanlage geschlossen – „es sei unverantwortlich, bei diesen Temperaturen körperlich zu arbeiten“, hieß es auf einem Hinweisschild. Die Hitze führte auch zu technischen Problemen: 19 Ampeln oder Spuranzeiger fielen im gesamten Stadtgebiet aus. Auf der Autobahn 2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden Hitzeschäden an der Fahrbahn gemeldet, die zu Sperrungen und erheblichen Staus führten. Die Polizei warnte, dass die Stauangaben auf Google Maps nicht korrekt seien; die Wartezeiten seien deutlich länger. Reisende sollten ausreichend Getränke und Medikamente mitnehmen.

Wetterausblick: Unwetter am Sonntag erwartet

Der DWD warnte vor Hitzegewittern am Sonntag mit Unwetterpotenzial: heftiger Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen seien möglich. Die Temperaturen sollten zunächst noch bis zu 41 Grad erreichen, bevor sie am Montag auf 29 bis 32 Grad sinken. Die Waldbrandgefahr blieb in Berlin und Brandenburg hoch bis sehr hoch. Fridays for Future kündigte eine spontane Hitzedemo für Sonntagabend im Invalidenpark an. Die Berliner Wasserbetriebe verwiesen auf 250 Trinkbrunnen in der Stadt sowie auf Refill-Stationen in Cafés und Geschäften.

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