Karpfensterben im Schäfersee: Virus als Ursache identifiziert
Karpfensterben im Schäfersee: Virus als Ursache

Ende April trieben viele tote Karpfen im Schäfersee in Berlin. Nun steht die Ursache fest: Das Carp Edema Virus (CEV) hat die Fische getötet. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg wies das Virus an zwei eingesandten Karpfen aus dem Schäfersee und dem Septimerbecken nach. Die sogenannte Schlafkrankheit der Koi befällt ausschließlich Karpfen und stellt keine Gefahr für den Menschen dar.

Illegale Aussetzungen als wahrscheinlichste Ursache

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vermutet, dass das Virus durch illegale Besatzmaßnahmen eingeschleppt wurde. „Die wahrscheinlichste Ursache für den Eintrag des Virus sind illegale Besatzmaßnahmen von infizierten Koi in den Schäfersee“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Möglicherweise wollte ein Koi-Besitzer seinen Zierfisch loswerden. Das Fischereiamt betont, dass das Aussetzen von Fischen nur durch Berechtigte nach Anzeige erlaubt ist – im Schäfersee grundsätzlich nicht, da dort keine fischereiliche Nutzung stattfindet.

Krankheitsverlauf und Auswirkungen

Das Carp Edema Virus verursacht starke Lethargie, Kiemenschäden und eingesunkene Augäpfel. Die Krankheit dauert etwa eine Woche und führt zu Verlusten von rund 50 Prozent des Bestandes, wie Untersuchungen aus Sachsen zeigen. Dies deckt sich mit den Beobachtungen im Schäfersee. Das Virus kann bei verschiedenen Temperaturen ausbrechen und bleibt voraussichtlich im Gewässer erhalten. Bei Stresssituationen wie Sauerstoffmangel kann das Infektionsgeschehen wieder aufflammen.

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Keine Behandlungsmöglichkeiten im Wildgewässer

Laut Senatsverwaltung sind vorbeugende oder behandelnde Maßnahmen in einem Wildgewässer wie dem Schäfersee nicht möglich. „Es ist davon auszugehen, dass das Virus in dem Gewässer weiterhin vorhanden ist“, so ein Sprecher. Das Fischereiamt warnt daher vor weiteren illegalen Aussetzungen, die das Risiko für die Fischpopulation erhöhen.

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