Tierschützer: Kriminelle nutzen Katzen als Brandstifter in Kalabrien
Katzen als Brandstifter? Tierschützer entsetzt über Vorwürfe

In der süditalienischen Region Kalabrien toben verheerende Waldbrände. Nach Angaben des Zivilschutzes sollen mutmaßliche Brandstifter Tiere als lebende Zündmittel missbraucht haben, um die Feuer zu entfachen. Tierschützer sind entsetzt und kündigten Anzeigen bei allen Staatsanwaltschaften an. Für Hinweise, die zur Identifizierung und rechtskräftigen Verurteilung der Verantwortlichen führen, wurde eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Katzen als Brandstifter: Zündvorrichtungen entdeckt

Der Zivilschutz in Kalabrien teilte mit, dass bei der Untersuchung einiger Brandherde ungewöhnliche Zündvorrichtungen entdeckt wurden. Demnach seien Katzen Stoffreste an den Schwänzen befestigt worden, die mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkt waren. Die Tiere seien anschließend in Bereiche mit hohem Gras laufen gelassen worden, wodurch sich die Feuer ausgebreitet hätten. Die italienische Tierschutzorganisation AIDAA hat eine Belohnung von 1000 Euro für konkrete Beweise ausgesetzt.

Extreme Hitze und Brände in ganz Süditalien

Die Region Kalabrien kämpft seit Tagen mit zahlreichen Bränden, die durch extreme Hitze, Trockenheit und starken Wind begünstigt werden. Besonders dramatisch ist die Lage auch auf Sizilien, wo seit Tagen zahlreiche Feuer wüten und ganze Ortschaften bedrohen. Ein 59 Jahre alter Feuerwehrmann starb am Mittwochnachmittag während eines Großeinsatzes bei San Cataldo in der sizilianischen Provinz Caltanissetta. Der Mann brach nach Behördenangaben während der Löscharbeiten infolge eines plötzlichen medizinischen Notfalls zusammen. Trotz sofortiger Hilfe konnte sein Leben nicht gerettet werden. Ein weiterer Feuerwehrmann musste mit gesundheitlichen Beschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

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Temperaturen über 40 Grad: Hitzewelle hält an

Seit einer Woche steigen die Temperaturen auf Sizilien tagsüber vielerorts auf weit über 40 Grad. In Noto in der Provinz Syrakus wurden diese Woche 46 Grad gemessen. In Palermo und im Inselinneren wurden in den vergangenen Tagen örtlich sogar bis zu 49 Grad registriert. Selbst nachts sinken die Temperaturen kaum unter 30 Grad. Feuerwehr, Forstbehörden, Zivilschutz und Löschflugzeuge sind auf Sizilien pausenlos im Einsatz. Heißer Scirocco-Wind facht die Brände zusätzlich an und treibt die Flammen immer wieder in Richtung bewohnter Gebiete. Auch landwirtschaftliche Flächen und Olivenhaine fallen ihnen zum Opfer. Zahlreiche Häuser sowie touristische Einrichtungen sind gefährdet.

Castronovo di Sicilia: Asche und Zerstörung

Besonders betroffen ist die Gemeinde Castronovo di Sicilia. Dort haben die Flammen weite Teile des Gebiets verwüstet und reichten bis an den Ortsrand heran. Häuser, Weinberge, Olivenhaine, Obstplantagen und landwirtschaftliche Betriebe wurden beschädigt. „Alles, was den Ort umgab, liegt inzwischen in Asche. Auch der gesamte Wald rund um Castronovo wurde zerstört – ein ökologisch äußerst wertvolles Gebiet, das den Flammen vollständig zum Opfer gefallen ist“, klagte Mario Giambona, Mitglied des Regionalparlaments Siziliens. Es sei ein „schmerzhafter Anblick“, wenn die Arbeit vieler Generationen in Flammen aufgehe: jahrhundertealte Olivenbäume, traditionsreiche und ertragreiche Weinberge, Obstgärten und ein landwirtschaftliches Erbe, das die Geschichte, Identität und Zukunft dieser Region geprägt habe.

Evakuierungen und Stromausfälle

Besonders angespannt war die Lage in Santo Stefano Quisquina in der Provinz Agrigent. Dort mussten mehr als 100 Menschen ihre Häuser verlassen, weil sich ein Großbrand bis an den Ortsrand ausbreitete. Aus Sorge vor Explosionen sicherten Feuerwehrkräfte einen Sauerstoffspeicher, eine Tankstelle und eine Feuerwerksfabrik. Auch aus Sardinien, Apulien, Umbrien und der Toskana werden größere Brände und erhebliche Beeinträchtigungen gemeldet. In Palermo kam es wegen überlasteter Stromnetze wiederholt zu Stromausfällen, teilweise auch während der Nacht. Viele Restaurants verzichten inzwischen auf den Mittagsbetrieb, Straßen und Plätze bleiben während der heißesten Stunden weitgehend menschenleer. Touristen suchen Schatten oder Abkühlung an Brunnen und in klimatisierten Gebäuden.

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Forderung nach Militäreinsatz

Die Umweltorganisation Legambiente Sicilia fordert den Einsatz der Armee zur Unterstützung der Einsatzkräfte. Militärische Präsenz könne gefährdete Gebiete besser sichern und zugleich eine abschreckende Wirkung auf mutmaßliche Brandstifter haben. Außerdem verlangte die Organisation einen stärkeren Einsatz militärischer Löschmittel und weiterer Sicherheitskräfte. Meteorologen rechnen damit, dass die außergewöhnliche Hitze in Teilen Süditaliens zunächst anhält. Damit dürfte auch die Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen hoch bleiben.