Das Bezirksamt Treptow-Köpenick und das kommunale Wohnungsunternehmen Stadt und Land haben ein wegweisendes Projekt zur wassersensiblen Stadtentwicklung realisiert. Am Ellernweg in Johannisthal wurde die Dachfläche eines Wohngebäudes vollständig vom Berliner Abwassernetz abgekoppelt. Das anfallende Regenwasser fließt nun über offene Rinnen direkt in die angrenzende öffentliche Grünanlage – eine Streuobstwiese.
240 Kubikmeter Regenwasser pro Jahr für die Natur
Insgesamt wurden 450 Quadratmeter Dachfläche abgekoppelt. Dadurch werden durchschnittlich 240 Kubikmeter Regenwasser pro Jahr der Streuobstwiese zugeführt. Das Wasser versickert vor Ort und entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Gleichzeitig wird der lokale Wasserkreislauf gestärkt und die Widerstandskraft des Stadtgrüns gegen Trockenperioden erhöht.
„Mit diesem Projekt zeigen wir, wie wir Wohnungsbau und Natur klug miteinander vernetzen können. Statt wertvolles Regenwasser einfach wegzuspülen, nutzen wir es gezielt, um unsere grünen Oasen im Bezirk widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen“, sagt Treptow-Köpenicks Umweltstadträtin Claudia Leistner (Grüne). Die Aufwertung der Streuobstwiese sei ein wichtiger Baustein des bezirklichen Biodiversitätskonzepts und ein Gewinn für Mensch und Natur in Johannisthal.
Best-Practice-Beispiel für Klimaanpassung
Das Vorhaben entstand in enger Kooperation zwischen dem Bezirk und der Stadt und Land. Finanziert wurde es aus Ausgleichsmitteln des Umwelt- und Naturschutzamtes Treptow-Köpenick. Umgesetzt hat es das Straßen- und Grünflächenamt. „Es dient als Best-Practice-Beispiel dafür, wie Wohnungswirtschaft und kommunale Verwaltung gemeinsam konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels geben können“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamts.
Stadt-und-Land-Geschäftsführer Ingo Malter betont: „Die vergangenen Hitzetage haben gezeigt, dass Klimaanpassung unsere Quartiere sowie unsere Mieterinnen und Mieter bereits heute betrifft. Als landeseigenes Wohnungsbauunternehmen beschäftigen wir uns auch damit, unsere Bestände klimaresilienter zu gestalten und Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen.“ Ansätze zur Regenwassernutzung und -rückhaltung seien besonders relevant, weil sie Hitzebelastungen reduzieren, Grünflächen erhalten und Quartiere besser auf Starkregenereignisse vorbereiten könnten.
Langfristige Aufwertung der Streuobstwiese
Durch die kontinuierliche Bewässerung wird die Streuobstwiese langfristig als wertvoller Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten aufgewertet. Zugleich bleibt sie den Bürgern als „lebendiger Naturort im Kiez“ erhalten. Das Projekt verbindet Klimaanpassung, Biodiversitätsförderung und modernen Regenwasserschutz beispielhaft miteinander.



