Der Bestand der Weißstörche in Deutschland hat einen historischen Höchststand erreicht. Wie der Naturschutzbund (NABU) mitteilt, wurden in diesem Jahr 15.000 Brutpaare gezählt – viermal so viele wie noch vor einigen Jahrzehnten. Selbst vor 100 Jahren gab es nicht mehr Störche in deutschen Gefilden. Die Zahl hat sich damit innerhalb weniger Jahre vervierfacht.
Mehr Moore und kürzere Zugwege als Ursachen
Als Hauptgründe für den Anstieg nennen Experten die Wiedervernässung von Moorgebieten und die Anpassung der Störche an den Klimawandel. Immer mehr Weißstörche bleiben im Winter in Europa und ziehen nicht mehr bis nach Afrika. Stattdessen wählen sie Spanien als Winterquartier – ein kürzerer und weniger gefährlicher Flug.
„Die Störche haben sich den veränderten Bedingungen angepasst“, erklärt ein Sprecher des NABU. „Die Renaturierung von Feuchtgebieten und die milderen Winter in Südeuropa spielen eine entscheidende Rolle.“
Positive Entwicklung trotz Klimawandel
Der Anstieg der Storchenpopulation zeigt, dass Artenschutzmaßnahmen wirken. Allerdings ist die Entwicklung auch eine Folge des Klimawandels, der die Zugrouten vieler Vögel verändert. Während die Störche profitieren, sind andere Arten durch die Erderwärmung bedroht. Dennoch wertet der NABU den Rekordbestand als Erfolg: „Es ist ein Zeichen dafür, dass sich der Einsatz für den Naturschutz lohnt.“
In Deutschland brüten die Störche vor allem in Nord- und Ostdeutschland, wo die Landschaft noch viele Feuchtgebiete bietet. Die Vögel sind inzwischen auch in Regionen heimisch, in denen sie lange verschwunden waren. Die Freude über den Adebar ist groß – denn er gilt als Glücksbringer und Symbol für eine intakte Natur.



