Die Stadt Kiel hat eine Warnung vor Vibrionen in der Ostsee ausgesprochen. Die Bakterien können über verletzte Hautstellen in den Körper eindringen und schwere Infektionen verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Was sind Vibrionen und wo kommen sie vor?
Vibrionen sind Bakterien der Gattung Vibrio, die weltweit in Meeren und Seen vorkommen, meist in niedrigen Konzentrationen. Nach Angaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren von Schleswig-Holstein können sie auch in leicht salzigen Binnengewässern auftreten. Die Ostsee ist aufgrund ihrer flachen Strände und des geringen Salzgehalts besonders anfällig für die Ausbreitung der Bakterien.
Wann werden Vibrionen gefährlich?
Erst wenn die Wassertemperatur über 20 Grad Celsius steigt, vermehren sich Vibrionen stark. Das Robert-Koch-Institut erklärt, dass der Klimawandel diese Entwicklung begünstigt. In warmen Sommern mit anhaltenden Hitzeperioden schwimmen die Bakterien frei im Wasser oder haften an Pflanzen, Tieren und Steinen. Selbst nach Abkühlung des Wassers bleiben Vibrionen mehrere Wochen lang erhalten.
Wer ist besonders gefährdet?
Für gesunde Menschen sind Vibrionen in der Regel harmlos. Gefährlich werden sie jedoch für ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch Diabetes, Chemotherapie oder schwere Herz- und Lungenerkrankungen. Betroffene sollten den Kontakt mit Ostseewasser vermeiden, insbesondere wenn sie offene Wunden haben. Auch Kinder und ältere Menschen mit Mittelohrinfekten sollten vorsichtig sein. Für Schwangere besteht laut Behörden kein erhöhtes Infektionsrisiko.
Wie können Sie sich schützen?
Badegäste sollten kleinere Wunden ausreichend und wasserdicht verbinden. Eine Infektion kann bereits beim Waten mit den Füßen oder Beinen im Meer entstehen. Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein empfiehlt zudem, keine rohen oder nicht ausreichend gegarten Meeresfrüchte zu verzehren, da Vibrionen auch auf diesem Weg übertragen werden können. Die Behörden der Nord- und Ostsee führen regelmäßige Kontrollen bei Austern, Muscheln, Krabben und Fischen durch.
Was tun bei einer Infektion?
Wenn eine offene Wunde mit verkeimtem Wasser in Berührung gekommen ist, sollte sie mit Leitungswasser ausgewaschen und die Hautstelle beobachtet werden. Bei Rötung, Schwellung oder Schmerzen ist umgehend die Notaufnahme oder eine medizinische Praxis aufzusuchen. Gleiches gilt bei Symptomen wie Fieber oder Schüttelfrost. Gelangen Vibrionen in den Magen-Darm-Trakt, leiden Betroffene unter Übelkeit, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und wässrigem Durchfall, manchmal auch Fieber. Bei frühzeitiger Diagnose ist die Infektion auch bei Risikopatienten gut behandelbar. Zu spät erkannt, kann es im schlimmsten Fall zu einer Sepsis, Amputation oder zum Tod kommen.



