ICE-Bordbistro: Pommes durch Wedges ersetzt
Die Deutsche Bahn nimmt eine weitreichende Änderung in der Bordgastronomie ihrer ICE- und IC-Züge vor. Seit Juni werden zur Currywurst keine Pommes frites mehr serviert, sondern Kartoffelwedges. Dies teilte ein Bahnsprecher dem „Münchner Merkur“ mit, der zuerst über die Neuerung berichtete. Offiziell begründet die Bahn den Schritt mit einer Sortimentserneuerung. „Mit einer neuen Speisekarte führen wir häufig neue Produkte ein, um unseren Gästen Abwechslung zu bieten und etwas Neues auszuprobieren“, sagte der Sprecher.
Hintergrund ist jedoch eine grundlegende Umstellung der Kühltechnik an Bord. Die Tiefkühlfächer in den Zügen werden schrittweise abgeschafft. „Die Tiefkühlung wird abgeschafft, um die Bordgastronomie zuverlässiger und weniger komplex zu gestalten“, bestätigte ein Bahnsprecher. Dies bedeutet weniger Störungen, geringeren Wartungsaufwand und eine vereinfachte Logistik. Jährlich verkauft die Bahn rund 600.000 Portionen Currywurst in ICE- und IC-Zügen.
EU-F-Gase-Verordnung zwingt zum Umdenken
Die Entscheidung ist nicht allein betrieblichen Optimierungen geschuldet. Eine wesentliche Rolle spielt die EU-F-Gase-Verordnung, die den Einsatz bestimmter Kältemittel regelt. Viele dieser Stoffe, die in Kühlanlagen verwendet werden, dürfen künftig nicht mehr oder nur eingeschränkt genutzt werden, da sie besonders klimaschädlich sind. Die Bahn stand vor der Wahl, entweder die bestehenden Tiefkühlanlagen technisch aufwendig umzurüsten oder die Kühlung an Bord grundlegend zu verändern. „Man habe verschiedene Handlungsoptionen geprüft und sich bewusst gegen einen zeit- und kostenintensiven Umbau entschieden“, sagte eine Bahnsprecherin der „FAZ“. Die bestehenden Tiefkühlgeräte sollen zum Jahresende „in großen Teilen durch Normalkühlungsgeräte ersetzt werden“.
Mehr Platz für Getränke, weniger für Tiefkühlprodukte
Der Umbau schafft zusätzlichen Platz für normale Kühlung, in der künftig stärker nachgefragte Getränke untergebracht werden können. Für die Fahrgäste hat dies jedoch weitere Konsequenzen: Auch Eiswürfel werden künftig nicht mehr angeboten, wie die Bahnsprecherin der „FAZ“ mitteilte. Nach dem Sommer soll zudem Speiseeis aus dem Sortiment verschwinden. Die vegane Currywurst, die seit 2023 als pflanzliche Alternative angeboten wurde, ist bereits aus dem Programm genommen worden. „Die vegane Currywurst wurde im Rahmen einer regelmäßigen Sortimentsüberprüfung aus dem Angebot genommen“, hieß es gegenüber dem „Merkur“. Die Nachfrage sei zurückgegangen.
Zimtschnecken bleiben, Pommes sind erst der Anfang
Nicht alle tiefgekühlten Produkte verschwinden automatisch. „Alle anderen Produkte, darunter auch die Zimtschnecken, stehen weiter wie gewohnt auch ohne Tiefkühlung zur Verfügung“, erklärte die Bahnsprecherin. Dennoch ist die Streichung der Pommes ein einschneidender Schritt, der zeigt, wie die Bahn ihre Bordgastronomie an neue technische und rechtliche Rahmenbedingungen anpasst. Die Umstellung soll die Zuverlässigkeit erhöhen und den Betrieb vereinfachen, auch wenn sie bei Stammgästen auf Kritik stoßen dürfte.



