Berlin: Weniger Autos, aber 48 Prozent mehr Stau bis 2025
Berlin: Stau nimmt trotz weniger Autos um 48 Prozent zu

Obwohl in Berlin immer weniger Autos unterwegs sind, verbringen Autofahrer immer mehr Zeit im Stau. Das belegen aktuelle Vergleichszahlen der Jahre 2023 bis 2025, die dem Tagesspiegel vorliegen. Demnach nahm die Gesamtlänge der Staus in diesem Zeitraum um 48 Prozent zu – von 115.278 Kilometern im Jahr 2023 auf 170.405 Kilometer im Jahr 2025.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich zum Ziel gesetzt, Autofahrern in Berlin das Leben zu erleichtern. Doch in zehn von zwölf Bezirken ging es 2025 mühsamer voran als zwei Jahre zuvor. Besonders betroffen sind innerstädtische Hauptverkehrsstraßen, aber auch Zubringer zu Autobahnen.

Stauentwicklung nach Bezirken

Die größten Zunahmen verzeichnen die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. In Mitte stieg die Staugesamtlänge um über 60 Prozent. Lediglich in Spandau und Treptow-Köpenick blieb die Situation stabil oder verbesserte sich leicht. Die Daten basieren auf anonymisierten Bewegungsprofilen von Navigationsdiensten und Verkehrszählungen der Senatsverwaltung.

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„Die Zahlen sind ernüchternd. Trotz weniger Autos auf den Straßen wird der Verkehr nicht flüssiger“, kommentiert ein Verkehrsexperte der Technischen Universität Berlin. „Ursachen sind unter anderem Baustellen, veränderte Ampelschaltungen und der zunehmende Lieferverkehr.“

Entwicklung bis 2026

Für das laufende Jahr 2026 deuten die Zahlen der ersten fünf Monate eine leichte Besserung an. Die Gesamtstaukilometer liegen in diesem Zeitraum knapp unter dem Vorjahresniveau. Allerdings warnen Experten vor voreiligen Schlüssen: Saisonale Effekte und die Ferienzeit könnten die Statistik verzerren.

Die Senatsverwaltung für Verkehr reagiert verhalten: „Wir nehmen die Entwicklung ernst und arbeiten an einer Optimierung der Verkehrsflüsse. Ziel ist es, den Verkehr effizienter zu gestalten, ohne den Umweltverbund zu vernachlässigen.“

Ursachen und Ausblick

Neben Baustellen und Lieferverkehr wird auch der Trend zu größeren Fahrzeugen als Grund genannt. SUVs und Transporter benötigen mehr Platz und verschärfen Staus. Zudem haben veränderte Radverkehrsführungen an manchen Stellen zu Engpässen geführt.

Die schwarz-rote Koalition steht unter Druck, ihre verkehrspolitischen Versprechen einzulösen. Ob die leichte Entspannung 2026 anhält, bleibt abzuwarten. Die Daten werden kontinuierlich erhoben und im Herbst neu ausgewertet.

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