Der Testbetrieb mit Fahrgästen im BVG-Projekt „NoWeL 4“ mit autonom fahrenden Kleinbussen verzögert sich. Ursprünglich sollten Fahrgäste bereits im ersten Halbjahr 2026 in den vollelektrischen und fahrerlosen Fahrzeugen des Herstellers Volkswagen Platz nehmen können. Doch daraus wird vorerst nichts: Die BVG teilte auf Anfrage mit, dass man nun anstrebe, „bestenfalls noch in diesem Jahr“ mit dem Fahrgastbetrieb zu starten. Damit liegt das Projekt hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.
Technische Anpassungen als Grund für die Verzögerung
Als Grund für die Verspätung nannte die BVG „technische Anpassungen“ sowie „notwendige betriebliche Vorbereitungen“. Konkretere Angaben machte das Unternehmen nicht. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte zuvor im „Tagesspiegel“ sogar befürchtet, dass der Probebetrieb erst im Jahr 2027 beginnen könne. Die aktuelle Einschätzung der BVG deutet darauf hin, dass es möglicherweise etwas schneller gehen könnte – zumindest, wenn die technischen Hürden bis zum Herbst ausgeräumt sind.
Das Projekt NoWeL 4 im Detail
Das Pilotprojekt „NoWeL 4“ wurde im vergangenen Jahr im Berliner Nordwesten gestartet. Ziel ist es, den klassischen Nahverkehr mit flexiblen, autonomen Angeboten zu verknüpfen. Beteiligt ist unter anderem das Unternehmen Moia, das seit 2019 einen Sammeltaxi-Dienst in Hamburg betreibt. Bisher haben die Fahrzeuge lediglich Test- und Vermessungsfahrten absolviert, Fahrgäste waren noch nicht an Bord.
Das Testgebiet umfasst etwa 15 Quadratkilometer in den Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf. Während des Fahrgastbetriebs sollen fünf Fahrzeuge unterwegs sein, die bei Bedarf rund 80 Bushaltestellen und virtuelle Haltepunkte anfahren. „Die Fahrzeuge bewegen sich frei im definierten Gebiet und bedienen bei Bedarf rund 80 Bushaltestellen und virtuelle Haltepunkte“, so die BVG.
Autonomielevel vier als Voraussetzung
Die eingesetzten Fahrzeuge vom Typ VW ID. Buzz AD sind mit zahlreichen Kameras, Sensoren und Elektronik ausgestattet und nach BVG-Angaben in der Lage, auf dem Autonomielevel vier zu fahren. Dieses Level ist die Voraussetzung für einen komplett fahrerlosen Betrieb. Bereits seit 2017 erprobt die BVG das autonome Fahren in mehreren kleineren Projekten, jedoch ohne die technische Reife der aktuellen Fahrzeuge.
Während der Testfahrten ist allerdings noch eine Person auf dem Fahrersitz präsent, um die Abläufe zu kontrollieren und im Notfall eingreifen zu können. Zusätzlich werden die Fahrzeuge aus einer Projektleitstelle fernüberwacht. Erst wenn alle technischen und rechtlichen Hürden genommen sind, soll der Betrieb ohne Sicherheitsfahrer starten.
Ausblick und Bedeutung
Die Verzögerung zeigt die Herausforderungen bei der Integration autonomer Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr. Die BVG betont, dass alle Beteiligten intensiv an den Lösungen arbeiten. Sollte der Fahrgastbetrieb im Herbst 2026 starten, wäre dies ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Mobilität in Berlin. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die technischen Anpassungen rechtzeitig abgeschlossen werden können.



