Die Deutsche Flugsicherung (DFS) plant ein bundesweites Drohnen-Abwehrnetz, um der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen entgegenzuwirken. Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ soll dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt und der Deutschen Telekom realisiert werden.
Hintergrund der Initiative
DFS-Chef Arndt Schoenemann betonte die Dringlichkeit des Projekts: „Drohnen stellen eine zunehmende Gefahr für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland dar. Um diese zu schützen, müssen wir die verfügbaren Kräfte bündeln.“ Die gezielten Drohnen-Angriffe auf Flughäfen in den vergangenen Monaten seien als „Beginn einer hybriden Kriegsführung“ zu werten, deren wirksame Bekämpfung derzeit noch an Zuständigkeitsfragen auf Bundes- und Länderebene scheitere.
Der „Aktionsplan Drohnen Deutschland“
Der Plan sieht eine auf Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Plattform vor. Diese soll Daten von Mobilfunkmasten mit stationären Drohnen-Entdeckungs- und -Abwehranlagen an Flughäfen, Kraftwerken und Bundeswehr-Einrichtungen verbinden. Die von dezentralen Überwachungssensoren gemeldeten Daten werden zusammengeführt und automatisiert ausgewertet. Ziel ist ein bundesweites Drohnen-Luftlagebild, das als Grundlage für eine zivile und militärische Drohnenabwehr dient.
Technologische Umsetzung
Hensoldt-Vorstandschef Oliver Dörre erklärte: „Die technologischen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr sind bei deutschen Herstellern vorhanden. Doch um im Fall einer Bedrohung handlungsfähig zu sein, braucht es eine Architektur, die die verschiedenen Systeme zur Erkennung, Klassifizierung und Bekämpfung von Drohnen koordiniert.“ Die geplante Plattform soll Systeme aller Hersteller integrieren können.
Mit diesem Vorhaben reagiert die DFS auf die wachsende Bedrohung durch Drohnen, die nicht nur Flughäfen, sondern auch Kraftwerke und militärische Einrichtungen gefährden. Die Zusammenarbeit mit Hensoldt und der Telekom soll eine effektive und zentral gesteuerte Abwehr ermöglichen.



