Fall Fabian: Zeuge schildert Schockmoment – „Totenstille im Auto“
Fall Fabian: Zeuge schildert Schockmoment – Totenstille

Elfter Verhandlungstag im Mordfall Fabian: Zeuge belastet Angeklagte

Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow ist am Freitag, dem 12. Juni 2026, der elfte Verhandlungstag am Landgericht Rostock zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt stand erneut die Angeklagte Gina H. Ein Zeuge, der mit ihr am Fundort der Leiche war, schilderte einen erschütternden Moment.

Zeuge: Gina H. wusste offenbar genau, wo sie hinwollte

Der Zeuge Christian D., ein langjähriger Bekannter der Angeklagten, sagte aus, dass Gina H. bereits einen Tag vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche am Tatort gewesen sei. Am 13. Oktober des Vorjahres habe sie vorgeschlagen, nach Fabian zu suchen. Der 37-Jährige, der sie damals begleitete, erklärte vor Gericht, dass er Gina H. seit etwa zehn Jahren aus dem Dorf kenne. In den Wochen vor Fabians Tod habe sich der Kontakt intensiviert, und es seien auch anzügliche Nachrichten ausgetauscht worden – zeitweise, während die Angeklagte gleichzeitig besorgte Nachrichten mit Fabians Vater, ihrem Partner, führte.

Laut Zeugenaussage wollte Gina H. bei einem Treffen unbedingt zu einem Tümpel nahe Klein Upahl südwestlich von Güstrow. Sie sei an einer Böschung stehen geblieben, während Christian D. zum Tümpel hinabstieg. Dann habe sie gesagt: „Da liegt was. Das ist er.“ Der Zeuge selbst erkannte nichts Genaues, aber für ihn fühlte es sich an, als ob sie genau wusste, wo sie hinwollte. Es sei stockdunkel gewesen, und die Angeklagte habe mit der Handylampe geleuchtet. Christian D. sah etwas, das wie schwarze Rohre aussah, und wollte nur noch weg. Er beschrieb den Moment als Schock. Sie liefen zum Auto, sprachen nicht mehr – „Im Auto war Totenstille.“

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Leiche von Fabian: Angeklagte meldete Fund erst später

Erst am darauffolgenden Tag, dem 14. Oktober, informierte die heute 30-jährige Angeklagte die Polizei. Sie gab an, den Leichnam Fabians beim Spaziergang mit dem Hund zufällig entdeckt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen getötet und die Leiche anschließend angezündet zu haben. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen; für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Für Betroffene von Gewalt gibt es Hilfsangebote: Telefonseelsorge unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222, Opfer-Telefon des Weißen Rings unter 116 006, Notruf 110, Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016, Männerhilfetelefon unter 0800 123 99 00.

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