Die anhaltende Trockenheit in Brandenburg führt zu einem stark gesunkenen Pegelstand der Oder. In der Folge ist die Güterschifffahrt auf mehreren Abschnitten des Flusses nicht mehr möglich. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel (WSA) teilte mit, dass aufgrund des Niedrigwassers keine Kennzeichnung für eine geeignete Fahrrinne mehr gewährleistet werden könne. Die Benutzung der Wasserstraßen geschehe daher auf eigene Gefahr. Zuvor hatte der RBB über die Situation berichtet.
Kein Verbot, aber fehlende Kennzeichnung
Eine Sprecherin des WSA betonte, dass die Behörde kein Verbot ausspreche oder die Schifffahrt aktiv einstelle. Die Entscheidung liege vielmehr bei den Schiffsführerinnen und -führern, die aufgrund der fehlenden Kennzeichnung selbst abwägen müssten, ob eine Fahrt möglich sei. Die Sport- und Freizeitschifffahrt sei hingegen nicht eingeschränkt.
Dem RBB zufolge fahren bereits seit Wochen keine Güterschiffe mehr zwischen den Pegeln Ratzdorf im Landkreis Oder-Spree und Hohensaaten-Finow (Märkisch-Oderland). Die Pegelstände der Fahrrinne lägen demnach unter einem Meter. Auch auf der Elbe gebe es teils zu niedrige Wasserstände, die die Schifffahrt behinderten.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die Einschränkungen auf der Oder betreffen vor allem den Gütertransport. Binnenschiffe, die normalerweise Kohle, Erze, Baustoffe oder landwirtschaftliche Produkte transportieren, müssen nun auf alternative Transportwege ausweichen oder ihre Ladung reduzieren. Dies führt zu höheren Kosten und Verzögerungen in den Lieferketten. Die Lage bleibt angesichts der anhaltenden Trockenheit angespannt.



