Galeria streicht 33 Filialen: Diese Standorte stehen auf der Kippe
Galeria streicht 33 Filialen: Diese Standorte auf der Kippe

Die Warenhauskette Galeria hat 33 ihrer Filialen auf die Abschussliste gesetzt. Für die betroffenen Standorte beginnt nun das Zittern: Gelingt keine Einigung mit den Vermietern über niedrigere Mieten oder Flächenanpassungen, droht die endgültige Schließung. Das machte Geschäftsführer Tilo Hellenbock (49) am Mittwoch in Düsseldorf deutlich. „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten“, sagte Hellenbock. Einen konkreten Zeitplan für die Entscheidungen nannte das Unternehmen nicht.

Diese 33 Galeria-Filialen sind betroffen

Die Liste der gefährdeten Häuser umfasst Standorte in neun Bundesländern. In Baden-Württemberg sind Filialen in Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen betroffen. Bayern steht mit Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz) und Würzburg auf der Liste. In Berlin geht es um die Standorte Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau. Brandenburg ist mit Potsdam vertreten, Hamburg mit Eimsbüttel. Hessen hat Bad Homburg und Limburg an der Lahn auf der Streichliste, Mecklenburg-Vorpommern Wismar. Niedersachsen nennt Braunschweig und Oldenburg. In Nordrhein-Westfalen sind Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum) und Münster (Salzstraße) betroffen. Rheinland-Pfalz listet Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz und Speyer, Sachsen-Anhalt Magdeburg.

Verhandlungen sollen die Häuser retten

Nach Unternehmensangaben sollen nun mit den Vermietern neue Mietkonditionen und Flächenanpassungen ausgehandelt werden. Scheitern die Gespräche, ist die Zukunft der jeweiligen Filiale gefährdet. Als Kriterien für die Auswahl nennt Galeria unter anderem die Höhe der Miete und die Ertragskraft der Häuser. Doch nicht nur die 33 Standorte stehen im Fokus: Auch an den übrigen 50 Filialen will Galeria mit den Vermietern über Verbesserungen sprechen. Zudem prüft der Konzern Umzüge in passendere Immobilien und sogar Neueröffnungen.

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Millionen-Kredit – aber mit harten Auflagen

Erst vor Kurzem sicherte sich Galeria eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Das Geld kommt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers – allerdings nur unter der Bedingung, dass ein Sanierungsplan umgesetzt wird. Dieser sieht weitere Filialschließungen ausdrücklich vor. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der damals 83 Warenhäuser als besonders gefährdet gelten. Mit dem frischen Geld will Galeria unter anderem einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital ablösen und offene Mietzahlungen begleichen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten gar nicht oder nur teilweise überwiesen worden seien. Galeria verwies auf schwankende Zahlungsfähigkeit und räumte ein, die Vermieter um Stundungen gebeten zu haben.

Dritte Insolvenz in vier Jahren

Für den Traditionskonzern ist es der nächste schwere Einschnitt. Anfang 2024 musste Galeria bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden – ausgelöst unter anderem durch den Zusammenbruch des Signa-Konzerns. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Filialen geschlossen. Heute beschäftigt Galeria noch rund 12.000 Mitarbeiter. Für viele von ihnen beginnt jetzt erneut das bange Warten.

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