Potsdam testet Smiley-Anzeigen statt Strafzettel für Temposünder
Potsdam testet Smiley-Anzeigen statt Strafzettel

Mobile Geschwindigkeitsanzeigen in Potsdam gestartet

Die Landeshauptstadt Potsdam hat neue mobile Geschwindigkeitsanzeigen in Betrieb genommen, die Autofahrer mit unmittelbarem Feedback zu ihrem Tempo ansprechen. Statt eines Strafzettels zeigt das Gerät ein Smiley oder eine ernste Miene – je nach gefahrener Geschwindigkeit. Die Stadt teilte mit, dass die Anlagen besonders vor Schulen, Kindertagesstätten und in Wohngebieten aufgestellt werden, um die Verkehrsteilnehmer zu einer bewussteren und angepassten Fahrweise zu bewegen.

Erste Standorte und Testphase

Die ersten beiden Anlagen wurden bereits im Februar 2026 testweise in der Kaiser-Friedrich-Straße vor der Ludwig-Renn-Grundschule sowie am Lerchensteig vor der Kindertagespflege „Zwergenwiese“ installiert. Seit dem 24. Juni ist eine weitere Anlage im Bereich des Weberparks in Alt Nowawes im Einsatz. Weitere Standorte, unter anderem in Fahrland, sollen in den kommenden Monaten folgen. Die solarbetriebenen Geräte erfassen anonymisierte Geschwindigkeitsdaten, die zur Auswertung genutzt werden. Um möglichst viele Bereiche des Stadtgebiets zu erreichen, werden die Anlagen jeweils für maximal sechs Monate an einem Standort eingesetzt und anschließend versetzt.

Ergänzung zu bestehenden Projekten

Die städtische Initiative ergänzt bereits bestehende Projekte. Die Verkehrswacht Potsdam e. V. betreibt seit Jahren mehrere Anzeigen vor Schulen und Kitas. Auch Ortsteile wie Marquardt, Satzkorn und Bornim – letzterer über das Bürgerbudget der Landeshauptstadt – verfügen über eigene Geräte. Uetz-Paaren bereitet derzeit die Beschaffung weiterer Anlagen vor. Finanziert wurde die Anschaffung durch das Verkehrssicherheitsprogramm des Landes Brandenburg mit Mitteln des Ministeriums des Innern und für Kommunales.

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Wirkung und Ausblick

Die Stadt erhofft sich von den Anzeigen eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit. „Die unmittelbare Rückmeldung soll Autofahrer dazu bringen, ihr Tempo zu überdenken – ohne gleich mit einem Bußgeld konfrontiert zu werden“, so ein Sprecher der Stadt. Die gesammelten Daten sollen zudem helfen, Gefahrenstellen zu identifizieren und gezielt Maßnahmen zu ergreifen. Ob die Aktion langfristig zu weniger Unfällen führt, wird die Auswertung der anonymisierten Daten zeigen.

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