Stefan Evers als neuer CDU-Spitzenkandidat: Erster TV-Auftritt bleibt zahm
Evers als CDU-Spitzenkandidat: Erster TV-Auftritt bleibt zahm

Berlin – Der neue Spitzenkandidat der Berliner CDU, Stefan Evers (46), hatte am Montagabend seinen ersten großen TV-Auftritt in dieser Funktion. In der Sendung „rbb24 spezial“ zum Berliner Wahlkampf blieb der als hart geltende Politiker jedoch unerwartet zahm. Die Sendung wurde erst fünf Stunden vor Beginn angekündigt, ein Duell aller Spitzenkandidaten fand nicht statt – der Platz im Studio reichte nicht. Stattdessen wurden Evers und sein SPD-Herausforderer Steffen Krach (46) gemeinsam interviewt, später folgten Vertreter von Grünen, Linken und AfD.

Evers grenzt sich von Wegner ab

Evers, gekleidet in blauen Anzug und weißes Hemd ohne Krawatte, ging auf Distanz zum bisherigen CDU-Spitzenkandidaten Kai Wegner (53). Dabei wirkte er leicht genervt. „Zunächst einmal bin ich nicht Kai Wegner. Tatsächlich habe ich meinen eigenen Kopf, meinen eigenen Stil. Wir sind sehr unterschiedliche Typen“, sagte er. Er betonte: „Wir müssen deutlich machen, wofür ICH stehe.“ SPD-Herausforderer Krach konterte: „Für mich ändert sich gar nichts. Stefan Evers hat die ganzen letzten Jahre Kai Wegner unterstützt. Es ist weiterhin das System Wegner.“

Evers verspricht Kampfgeist

Evers entgegnete trocken: „Ich habe diese Regierungspolitik mitzuverantworten. Das ist nichts, wo man sich schämen muss.“ Er versprach: „Ich werde dorthin gehen, wo es weh tut. Tag für Tag.“ Krach kritisierte Evers‘ Finanzpolitik: „Ich bin irritiert darüber, dass als erstes vorgeschlagen wird, das kostenlose Schul-Mittagessen einzustellen, über die Gebührenfreiheit für Kitas wird wieder gesprochen. Das sind alles Errungenschaften.“ Evers, der als Finanzexperte gilt, entgegnete: „Ich werde sehr, sehr deutlich machen, dass man nicht alles versprechen kann…“ Anders als von Krach unterstellt, stellte Evers Gratis-Kita und Schüler-Ticket bisher nicht in Frage. Allerdings muss der Berliner Etat nach der Wahl um rund 3 Milliarden Euro gekürzt werden – das ist allen Spitzenkandidaten bewusst.

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Schwäche der CDU kommt SPD nicht zugute

Der RBB-Moderator stellte eine der wichtigsten Fragen des Abends an Krach – seine SPD liegt in Umfragen bei lediglich 13 Prozent, auf dem letzten Platz: Warum profitieren Sie nicht von der Schwäche von Kai Wegner? „Ich bin optimistisch, dass wir das in den nächsten Wochen noch drehen“, antwortete Krach. Evers lächelte süffisant. Nach der Sendung verabschiedeten sich Evers und Krach per Handschlag.

Reaktionen der Opposition

Bettina Jarasch (57, Grüne) sagte über Evers: „Er hat die Bilanz der letzten drei Jahre schwarz-rot mitzuverantworten, ein Riesen-Schuldenberg. Das wird wieder aufzuräumen sein.“ Kristin Brinker (54, AfD) bemerkte: „Er hat immer einen flotten Spruch auf der Lippe.“

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