Ukraine-Krieg: Russland greift Kiew erneut mit Raketen an – EU ringt um Sanktionen
Russland greift Kiew an – EU uneins über Sanktionen

Russlands Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwierig abzuwehren sind. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren gut ein halbes Dutzend Explosionen zu hören. Nach Behördenangaben brachen in mindestens zwei Stadtteilen Brände aus, teils ausgelöst durch herabgestürzte Trümmerteile.

EU-Außenminister ohne Einigung auf neues Sanktionspaket

Die EU-Staaten haben bei einem Außenministertreffen in Brüssel keine Einigung auf ein neues großes Paket mit Russland-Sanktionen erzielen können. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte im Anschluss an die Beratungen, sie bedauere dies. Man sei aber „recht nah“ an einer Verständigung. Vertreter der EU-Mitgliedstaaten beraten bereits seit Wochen über Vorschläge der Kommission für neue Strafmaßnahmen gegen Russland.

Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die turnusmäßige Anpassung der Ölpreisobergrenze vorerst auszusetzen.

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Deutschland finanziert 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine

Deutschland finanziert einem Insider zufolge die Anschaffung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine. Es handelt sich um einen der größten bekannten Drohnenkäufe eines westlichen Staates für das Land. Der Auftrag hat einen Wert von rund 90 Millionen Euro, wie der Chef des US-Rüstungssoftwareunternehmens Auterion, Lorenz Meier, der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Die Drohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall sind mit einer Software von Auterion zur automatischen Zielverfolgung ausgestattet.

Koalition der Willigen stellt Unterstützertruppe bereit

Die sogenannte Koalition der Willigen aus westlichen Unterstützerländern der Ukraine plant in den kommenden Monaten gemeinsame Manöver in Nachbarländern der Ukraine. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron nach Beratungen in Paris mit Bundeskanzler Friedrich Merz, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem britischen Premierminister Keir Starmer mitteilte, sollen die Übungen unter anderem zeigen, „dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind – zu Land, in der Luft und zur See“. Die Koalition verfüge nun über eine multinationale Truppe für die Ukraine, die einsatzbereit sei, so Macron.

Ukraine und europäische Staaten gründen Raketenabwehr-Koalition

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und sechs weitere europäische Staaten vereinbaren mit der Ukraine den Aufbau einer Koalition für eine integrierte Raketenabwehr. Dies teilte das französische Präsidialamt mit. Der Schutz Europas erfordere eine umfassende Architektur zur Raketenabwehr, um künftige Angriffe abzuschrecken und abzuwehren. Das neue Bündnis solle bestehende Systeme der beteiligten Länder ergänzen. Die weiteren Unterzeichner sind Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien und Schweden.

Russische Behörden melden Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der Besatzungsbehörden in den russisch besetzten Gebieten der Ost- und Südukraine mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Weitere 18 seien verletzt worden, teilten die von Moskau eingesetzten Gebietsverwaltungen bei Telegram mit. Der Großteil der Angriffe galt demnach Lastkraftwagen und Autos. Unter den Toten sind demnach ein Lkw-Fahrer und die Fahrer von zwei Autos. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Wadephul: „Wir nehmen Russlands schändliches Verhalten nicht hin“

Nach der Einbestellung des russischen Botschafters in das Auswärtige Amt wegen russischer Cyberangriffe hat Außenminister Johann Wadephul weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen. „Wir nehmen Russlands schädliches Verhalten nicht hin“, sagte der CDU-Politiker in Brüssel. „Russlands Geheimdienst FSB hat Angriffe gegen Deutschland, die Ukraine und viele weitere EU-Partner zu verantworten.“ Daher habe er die Einbestellung des russischen Botschafters veranlasst. „Und ich sage ganz klar: Wir behalten uns auch weitere Schritte vor.“

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Großbritannien und Frankreich verhängen Sanktionen gegen russische Cyber-Netzwerke

Großbritannien hat neue Sanktionen gegen Russland verhängt und dabei Cyber-Netzwerke ins Visier genommen. Die Regierung in London wirft den Netzwerken vor, Chaos und Spaltung in Europa säen zu wollen. Die Maßnahmen richten sich gegen 24 Personen und Organisationen, die hinter „destruktiven Cyber- und Hybridoperationen“ stehen sollen. Frankreich kündigte an, den russischen Botschafter einzubestellen und Sanktionen gegen neun russische Personen und vier Organisationen zu verhängen.

Ukraine attackiert russische Öl-Infrastruktur

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU meldet erneute Angriffe auf Anlagen der russischen Öl-Infrastruktur. In der Nacht seien ein Öllager in der südrussischen Kaukasus-Region Stawropol sowie drei Lagertanks an einer Ölverladestelle im Hafen Kawkas getroffen worden. Zudem habe die Ukraine zwei russische Patrouillenboote im Schwarzen Meer sowie Autofähren attackiert. Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf die russische Ölindustrie haben in Russland zu massiven Treibstoffengpässen geführt.

EU importiert Rekordmenge an russischem Gas vor geplantem Embargo

Die Europäische Union hat im ersten Halbjahr 2026 so viel Flüssiggas (LNG) aus dem russischen Yamal-Projekt gekauft wie nie zuvor. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Daten des Analyseunternehmens Kpler. Demnach beliefen sich die EU-Importe auf rund 9,89 Millionen Tonnen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hauptabnehmerländer waren Frankreich (3,6 Mio. Tonnen), Belgien (2,9 Mio. Tonnen) und Spanien (2,7 Mio. Tonnen).