Brite überlebt Waldbrand in Andalusien – Frau und Freunde vermutlich tot
Brite überlebt Waldbrand in Andalusien – Frau tot

Malcolm Timbrell, ein 70-jähriger Brite, hat die verheerenden Waldbrände in der spanischen Provinz Almería überlebt. Seine Frau Annette und zwölf Freunde und Nachbarn kamen nach seinen Angaben vermutlich ums Leben. In einem Interview mit der BBC schilderte Timbrell, wie er von der Gruppe getrennt wurde, als die Flammen auf sein Haus im Dorf Bédar zurasten. 13 Menschen starben bei dem Feuer, das am vergangenen Donnerstagabend ausbrach.

Die Flucht aus dem brennenden Dorf

Timbrell und seine Frau lebten seit 17 Jahren in Bédar, nachdem sie in der britischen Fernsehsendung „A Place in the Sun“ aufgetreten waren. „Sie war ein so glücklicher, offener Mensch“, sagte er über seine Partnerin. „Wir hatten ein unglaubliches Leben zusammen – und jetzt ist es vorbei.“ Als sich die Flammen, angefacht durch starke Winde, dem Grundstück näherten, entschieden sich das Paar und seine Nachbarn zur Flucht mit dem Auto. Doch Timbrell kehrte noch einmal zum Haus zurück, um die beiden Katzen Charlie und Lilly zu holen. Mit den Katzen im Auto wollte er die Gruppe wieder einholen. Doch seine Frau und die anderen hatten ihre Fahrzeuge inzwischen verlassen und versuchten, der Feuerfront zu Fuß zu entkommen. „Ich habe später erfahren, dass diese Feuerfront mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Sie hatten keine Chance“, so Timbrell.

Überleben im letzten Auto

Timbrell suchte daraufhin Schutz in den zurückgelassenen Autos. Vier von sechs Fahrzeugen seien sofort in Brand geraten. Die letzten beiden hätten die Hitze schwer beschädigt überstanden. „Ich habe im letzten Auto mit einer Katze überlebt“, berichtete er. Nachdem die Flammen weitergezogen waren, wurde Timbrell von Rettungskräften geborgen. Später wurden acht Leichen auf einem Weg unterhalb seines Hauses gefunden. An der Stelle sind noch immer die Brandspuren von vier ausgebrannten Fahrzeugen zu sehen.

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Identifizierung der Opfer

Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass unter den Todesopfern drei Briten sowie jeweils ein Staatsbürger aus Frankreich, Belgien und Spanien sind. Vier weitere Menschen, die in einem Rechtslenkerfahrzeug gefunden wurden, könnten ebenfalls Briten sein. Die Identifizierung der Opfer ist noch nicht abgeschlossen. Viele britische Bewohner von Bédar kritisierten, dass es keine Warnung per Handy gegeben habe. Timbrell will jedoch niemandem die Schuld geben. „Es ist niemandes Fehler. Niemand kann dafür verantwortlich gemacht werden“, sagte er. Die Kombination aus starkem Wind, trockener Landschaft und hohen Temperaturen habe die Lage extrem gefährlich gemacht.

Warten auf Gewissheit

Nun wartet Timbrell auf die endgültige Identifizierung der Opfer. „Da ist dieser kleine Funken Hoffnung, obwohl ich weiß, dass eine Leiche gefunden wurde, die eine Katze festhielt. Die harten Fakten sprechen dafür, dass es die Menschen sind, die gefunden wurden“, sagte er. Die Polizei halte ihn über die Ermittlungen auf dem Laufenden. Doch er fürchte den Moment, in dem das volle Ausmaß seines Verlustes eintrete: „Wir warten jetzt nur noch auf die DNA-Bestätigung. Und danach werde ich wahrscheinlich zusammenbrechen.“

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