Schnieder: Weitere unerwartete Brückensperrungen möglich
Schnieder: Weitere unerwartete Brückensperrungen möglich

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) rechnet mit weiteren unerwarteten Sperrungen maroder Brücken in Deutschland. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur verwies er auf die Bonner Nordbrücke, die innerhalb weniger Wochen derart starke Schäden entwickelt habe, dass ein Abriss nötig sei. „Das kann uns immer wieder passieren“, warnte Schnieder. Die Bauwerke würden daher engmaschig kontrolliert, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.

Bonner Nordbrücke: Schäden führten zur Sperrung

Anfang Juni wurde die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein in Bonn wegen neu entdeckter Schäden gesperrt. Risse im Beton und Korrosionsschäden im Betonstahl machten die sofortige Schließung erforderlich. Die Nordbrücke ist Teil der Autobahn 565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Inzwischen steht fest, dass die Vorlandbrücke auf der linken Rheinseite abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

Schnieder betonte, dass die Überwachung der Brücken in den letzten Jahren deutlich intensiviert wurde. „Wir schauen seit geraumer Zeit sehr viel engmaschiger auf die Brücken, sonst hätte man das vielleicht gar nicht so schnell erkannt“, sagte der Minister. Der Fokus liege auf den Bauwerken, weil ihr Ausfall dramatische Folgen für die betroffenen Regionen habe.

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Ringbahnbrücke in Berlin: Beispiel für plötzliche Sperrung

Ein ähnlicher Fall ereignete sich im vergangenen Jahr in Berlin-West, als die Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm kurzfristig wegen sich ausbreitender Risse gesperrt werden musste. Die Brücke war einer der meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkte Deutschlands. Die Sperrung führte zu wochenlangem Verkehrschaos im angrenzenden Bezirk. Auch diese Brücke wurde abgerissen und wird derzeit neu gebaut; die Fertigstellung ist für 2027 geplant.

Sanierung von rund 8.000 Brücken nötig

Langfristig müssen nach Angaben von Schnieder rund 8.000 Brücken saniert oder neu gebaut werden. Bis 2032 sind etwa 4.000 Brücken oder Brückenteilbauwerke im Kernnetz der Autobahnen zu erneuern. „Bei der Aufgabe sind wir gut dabei“, sagte der Minister. Zwar müssten rechnerisch 400 Brücken pro Jahr angegangen werden, entscheidend sei aber die zu sanierende Brückenfläche. „Und da haben wir umgerechnet bei diesen 4.000 Brücken etwa 450 Fußballfelder zu sanieren. Und davon haben wir bis Ende Juni 2026 knapp 190 geschafft. Also liegen wir ganz gut im Kurs, weil wir am Anfang die großen und wichtigen Brücken machen.“

Allerdings kämen zusätzliche, nicht vorhersehbare Brücken hinzu, wie die Bonner Nordbrücke, deren Lebensdauer ursprünglich bis Mitte der 2030er Jahre prognostiziert war. Der Bundesrat hatte in seiner Sitzung am 10. Juli Konsequenzen aus dem Fall gefordert und sich besorgt gezeigt, dass Sperrungen in immer kürzeren Abständen erfolgen. Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität soll verstärkt für den Erhalt und Ersatz von Infrastruktur genutzt werden. Für 2027 sind laut Haushaltsentwurf der Bundesregierung rund 2,8 Milliarden Euro für Brückenerhalt vorgesehen.

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