Unwetter in MV: Hagel, 170 Notrufe, Keller unter Wasser
Unwetter in MV: Hagel, 170 Notrufe, Keller voll

Schweres Unwetter im Nordosten: Hagel und Starkregen verursachen massive Schäden

Ein heftiges Unwetter mit tennisballgroßen Hagelkörnern und Starkregen hat am Montagabend den Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern getroffen. Die Leitstelle Westmecklenburg verzeichnete rund 170 wetterbedingte Notrufe. Besonders betroffen waren die Städte Hagenow, Wittenburg und Zarrentin. Feuerwehr und Polizei waren stundenlang im Dauereinsatz, wie die Polizei mitteilte.

Der Hagel sammelte sich stellenweise so hoch an, dass er mit Radladern weggeräumt werden musste. „Es sah aus wie nach einem winterlichen Schneefall“, berichtete die Leitstelle. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen wegen vollgelaufener Keller aus. Allein 50 Anrufe betrafen überflutete Keller, teilweise stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Straßensperrungen und vollgelaufene Keller

Neben vollgelaufenen Kellern sorgten umgestürzte Bäume und überflutete Straßen für weitere Einsätze. Die Polizei sperrte mehrere Straßen, darunter die Bundesstraße 321 zwischen Pritzier und Hagenow. In Wittenburg pumpte die Feuerwehr noch am Dienstagmittag Wasser ab. Wetterbedingte Verkehrsunfälle gab es laut Polizei nicht.

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In einem Mehrfamilienhaus in Hagenow drang Regenwasser durch ein beschädigtes Dach in eine unbewohnte Wohnung und lief von dort in darunterliegende Etagen. Die Polizei musste die Tür notöffnen, um das Wasser abzuleiten.

Reisende stranden am Bahnhof Ludwigslust

Etwa 35 Reisende, darunter sechs Kinder, strandeten in der Nacht am Bahnhof Ludwigslust, weil die Zugverbindung nach Hamburg wegen des Unwetters ausgefallen war. Einsatzkräfte versorgten die Betroffenen mit Decken und Trinkwasser, bis Ersatzbusse am frühen Morgen eintrafen.

Notaufnahme des LUP-Klinikums Hagenow kurzzeitig geschlossen

Die Notaufnahme des LUP-Klinikums in Hagenow musste am Abend für mehrere Stunden abgemeldet werden. Neue Patienten konnten nicht aufgenommen werden und wurden auf andere Kliniken verteilt. Grund war eindringendes Regenwasser durch das Flachdach. „In der Radiologie stand das Wasser bis zu fünf Zentimeter hoch. Auch die Notaufnahme war betroffen, das Regenwasser gelangte durch die Zwischendecke in die Räume“, sagte der Ärztliche Direktor und Mitglied der Klinikleitung, Matthias Endler.

Mit Nasssaugern und Bautrocknern wurden die Räume getrocknet, auch Klinikpersonal brachte eigene Geräte von zu Hause mit. „Ich kann durchaus sagen, dass hier alles richtig gut ablief“, lobte Endler. Wichtige Geräte wurden sofort vom Strom genommen und sensible Gegenstände in Sicherheit gebracht. „Wir waren zu jeder Zeit in der Lage, operieren zu können.“ Am späten Abend war die Notfallversorgung wieder vollständig hergestellt.

Druckerei in Wittenburg lahmgelegt – Zeitungen verspätet

Das Unwetter legte auch eine Druckerei in Wittenburg lahm, wie der „Nordkurier“ am Morgen berichtete. Die Oberlichter waren durch Hagelschlag beschädigt worden, Starkregen flutete die Druckmaschine und setzte sie außer Gefecht. Die Dienstagsausgabe der „Schweriner Volkszeitung“, der „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ und des „Prignitzers“ mussten daher kurzfristig in Pinneberg (Schleswig-Holstein) gedruckt werden. Die drei Blätter gehören zur Nordkurier Mediengruppe, die Druckerei zur Mediengruppe NOZ.

Wetteraussichten: Weitere Gewitter möglich

Am Mittwoch bleibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes heiter bis wolkig und meist trocken. Für Donnerstag werden in der Südhälfte des Landes erneut Schauer und vereinzelte Gewitter erwartet. Auch in der Nacht und am Freitag sind örtlich Regenschauer und Unwetter möglich.

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