Hotelchefin bietet Zechpreller Kleidertausch gegen offene Rechnung an
Hotelchefin bietet Zechpreller Kleidertausch an

Hotelchefin bietet dreistem Zechpreller Kleidertausch gegen offene Rechnung an

Mandy Teschke, Geschäftsführerin des Hotel Overdiek in Prenzlau, zeigt sich fassungslos über die Dreistigkeit eines Zechprellers aus Sachsen. Die Hotelchefin bietet dem Mann seine im Hotel zurückgelassenen Kleidungsstücke an - allerdings nur unter einer klaren Bedingung: Er muss zuerst seine offene Rechnung begleichen und den Hotelschlüssel zurückgeben.

Doppelte Zechprellerei in Prenzlau

Die ungewöhnliche Geschichte begann an einem Sonntag gegen 14 Uhr, als ein 58-jähriger Mann aus Zwickau mit Koffer, Glatze, XXL-Bauch und unverkennbarem sächsischen Dialekt im Hotel Overdiek auftauchte. Er checkte spontan für eine Woche ein und legte dabei einen Ausweis vor. Noch am selben Abend suchte er das nahegelegene Restaurant "Sempre Roma" auf, wo er Gerichte und Getränke für drei Personen bestellte - angeblich für sich und zwei gleich eintreffende Gäste.

Die angekündigten Gäste erschienen jedoch nie, und als die Rechnung von etwa 60 Euro präsentiert wurde, erklärte der Mann, seine Bitte um Begleitung eines Restaurantmitarbeiters zum Hotel, wo er angeblich seine Brieftasche vergessen hatte. Dort angekommen, ließ er die Hoteltür hinter sich zufallen und war nicht mehr zu sehen.

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Polizeieinsatz und abenteuerliche Ausreden

Nach vergeblichen Kontaktversuchen alarmierte der Restaurantmitarbeiter die Polizeiwache auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Beamten trafen fast zeitgleich mit Hotelchefin Mandy Teschke ein. Der im Hotelzimmer verschanzte Gast reagierte erst, als ihm die Polizisten ankündigten, sich mit einem Zweitschlüssel Zugang zu verschaffen.

Seine Erklärungsversuche waren ebenso kreativ wie unglaubwürdig: Er behauptete, Kaufverhandlungen über das Hotel zu führen, und erklärte das Restaurantessen zur "Gegenleistung für seine Energieberatungen". Die Polizei eskortierte den Mann zur Wache zur Personalienüberprüfung, wonach er ins Hotel zurückkehrte, einen Teil seiner Sachen packte und samt Zimmerschlüssel Richtung Bahnhof verschwand.

Serientäter mit Vorstrafen

Die Ermittlungen der Polizeidirektion Ost ergaben, dass es sich bei dem 58-Jährigen um einen wiederholt auffälligen Zechpreller handelt. Bereits in anderen Hotels der Region, unter anderem in Angermünde, war er mit ähnlichen Methoden in Erscheinung getreten. Gegen ihn wird nun wegen Betrugs und Unterschlagung ermittelt.

Inzwischen hat der Verdächtige mehrfach im Hotel Overdiek angerufen und die Rückgabe seiner zurückgelassenen Kleidungsstücke gefordert. Mandy Teschke erklärt dazu: "Ich komme seiner Bitte gerne nach, sobald er die offenen Rechnungen beglichen und den Hotelschlüssel zurückgegeben hat."

Warnung an andere Betriebe

Die Hotelchefin nutzt den Vorfall auch, um andere Hoteliers und Restaurantbetreiber in der Region zu warnen. "Solch einen Vorfall hatten wir schon lange nicht mehr erlebt", betont Teschke und beschreibt den Mann als umtriebigen Zechpreller, der offenbar systematisch vorgeht.

Die Polizei prüft derzeit, ob weitere ähnliche Vorfälle in der Uckermark und Umgebung auf das Konto des Tatverdächtigen gehen könnten. Für Mandy Teschke bleibt die Situation dennoch bizarr: Ein Gast, der nicht bezahlt, aber seine zurückgelassene Kleidung zurückhaben möchte - ein ungewöhnlicher Tauschhandel, der nur unter klaren Bedingungen stattfinden wird.

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