Stavenhagen: Gelände der alten Kofferfabrik wird zum neuen Wohngebiet
Alte Kofferfabrik in Stavenhagen wird Wohngebiet

Neues Wohngebiet auf historischem Fabrikgelände in Stavenhagen

In Stavenhagen kommt endlich Bewegung in das lang geplante Projekt „Alte Kofferfabrik“. Nachdem zunächst kein Planungsbüro für die Erstellung eines Bebauungsplans gefunden werden konnte, hat nun die dritte Ausschreibung Erfolg gebracht. Das Gelände der ehemaligen Kofferfabrik zwischen Alt- und Weststadt soll zu einem attraktiven Wohngebiet entwickelt werden.

Qualitätsvolle Gestaltung statt Standardbebauung

Günter Jochum von der ISA Stadtplanung aus Heltersberg bei Kaiserslautern präsentierte dem Bauausschuss der Stadt drei Entwürfe für das neue Wohnquartier. „Die Fläche ist städtebaulich interessant und hochwertig“, betonte Jochum und plädierte für eine qualitätsvolle Gestaltung. Vorstellbar sind Einfamilien-, Reihen- oder Doppelhäuser in zweigeschossiger Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoss.

Die geplanten Baufenster sollen klein ausfallen, mit Grundstücksgrößen zwischen 350 und 500 Quadratmetern. Besonders kontrovers diskutiert wurde die Frage nach den angrenzenden Gärten hinter den Neubaublöcken. Diese sieben bis acht Parzellen besitzen derzeit Bestandsschutz, sind gepflegt und werden regelmäßig genutzt.

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Kompromisslösung für angrenzende Gärten gefunden

Die Stadt hatte vorsorglich den Pächtern bereits gekündigt, als die Wohngebietsidee aufkam – eine Maßnahme, die bei den Betroffenen auf wenig Begeisterung stieß. Stellvertretende Bauamtsleiterin Christina Michael suchte nach einer tragfähigen Lösung für alle Beteiligten.

Stadtpräsident Klaus Rißer (CDU) schlug schließlich einen Kompromiss vor: Die Gärten sollen im Bebauungsplan berücksichtigt, die Erschließung dieser Teilflächen jedoch zunächst zurückgestellt werden. „Wir müssen ja nicht als Stadt diese Fläche als Erstes zum Verkauf anbieten“, erklärte Christina Michael diesen Ansatz.

Thomas Schaaf, Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft, signalisierte Zustimmung zu diesem Vorschlag – unter der Bedingung, dass auf dem Areal der Gärten erst in zehn oder zwanzig Jahren gebaut würde. Die Wohnqualität der kleinen Wohnblöcke der Genossenschaft hänge maßgeblich von diesen Grünflächen ab.

Einigung im Bauausschuss

Die Ausschussmitglieder trugen diesen Kompromiss schließlich mit. Michael Kokel (CDU) verwies darauf, dass die Fläche als Bauland deutlich attraktiver sei als als Gartenland. „Gutes Bauland liegenzulassen, wäre zu schade“, argumentierte er.

Einig wurde sich zudem auf die künftige Gestaltung des Wohngebiets: Neben Einfamilien- und Doppelhäusern soll ein kleiner Spielplatz entstehen. Das Planungsbüro ISA erarbeitet nun einen Vorentwurf des Bebauungsplans entsprechend dieser Beschlüsse. Damit nimmt das lang diskutierte Projekt endlich konkrete Formen an und könnte Stavenhagen dringend benötigten Wohnraum bringen.

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