Neues Gewerbegebiet auf Ackerland: Aschersleben zwischen Wirtschaft und Landwirtschaft
Gewerbegebiet auf Ackerland: Ascherslebens Zukunftsdebatte

Neues Gewerbegebiet auf bestem Acker: Fluch oder Chance für Aschersleben?

Ein neues, 350 Hektar großes Gewerbegebiet an der Bundesstraße 180 zwischen Aschersleben und Winningen ist Bestandteil des Landesentwicklungsplans. Die Emotionen in den Orten kochen hoch.

Von Detlef Anders, 11. Februar 2026, 07:45 Uhr

Soll nördlich und südlich der Autobahn 36 bei Aschersleben ein neues, interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet entstehen? Diese Frage bewegt aktuell die gesamte Region. Die Pläne sehen vor, dass 3,5 Millionen Quadratmeter besten Ackerbodens künftig für die Industrieansiedlung zur Verfügung gestellt werden könnten.

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Lautstarke Empörung im Ortschaftsrat Winningen

Im Ortschaftsrat Winningen gab es in der jüngsten Sitzung eine deutliche Welle der Empörung. Viele Anwohner und Landwirte äußerten massive Bedenken gegenüber dem Vorhaben. Sie fürchten nicht nur den Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, sondern auch negative Auswirkungen auf das Ortsbild und die Lebensqualität.

Die Befürworter des Projekts argumentieren hingegen mit den wirtschaftlichen Vorteilen. Ein solch großes Gewerbegebiet könnte zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft stärken. Zudem würde die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Aschersleben und Winningen gefördert.

Bodenqualität versus Wirtschaftswachstum

Ein zentraler Streitpunkt ist die Qualität der betroffenen Ackerflächen. Es handelt sich um besonders fruchtbare Böden, die seit Generationen landwirtschaftlich genutzt werden. Kritiker fragen, ob die Umwidmung solcher Flächen angesichts der wachsenden Bedeutung regionaler Lebensmittelproduktion noch zeitgemäß ist.

Auf der anderen Seite verweisen Wirtschaftsvertreter auf den dringenden Bedarf an neuen Gewerbeflächen in der Region. Die vorhandenen Industriegebiete seien nahezu ausgelastet, und für weitere Ansiedlungen fehle es an geeigneten Flächen.

Landesentwicklungsplan als rechtliche Grundlage

Das geplante Gewerbegebiet ist explizit im Landesentwicklungsplan verankert. Dies gibt dem Vorhaben ein rechtliches Fundament, macht aber auch deutlich, dass es sich um eine langfristige strategische Entscheidung handelt. Die Planungen sehen eine sorgfältige Umweltverträglichkeitsprüfung vor, die alle Auswirkungen auf Natur und Landschaft berücksichtigen soll.

Die nächsten Schritte werden nun intensiv diskutiert werden müssen. Bürgerbeteiligungsverfahren, öffentliche Anhörungen und detaillierte Planungsunterlagen stehen noch aus. Eines ist jedoch bereits klar: Die Debatte um das Gewerbegebiet wird Aschersleben und Winningen noch lange beschäftigen.

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