Rostock plant Großumbau an gefährlicher Kreuzung Südring/Erich-Schlesinger-Straße für 2028
Rostock: Umbau an Unfallschwerpunkt Südring geplant

Großprojekt in Rostock: Gefährliche Kreuzung wird komplett umgebaut

Die viel befahrene Kreuzung Südring/Erich-Schlesinger-Straße in der Rostocker Südstadt steht vor einem umfassenden Umbau. Nach Abschluss der Vorplanungen ist der Baubeginn für Februar 2028 vorgesehen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit an diesem bekannten Unfallschwerpunkt deutlich zu verbessern und gleichzeitig die Barrierefreiheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.

Konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit

Robert Medenwald von der Verkehrsanlagenplanung im Tiefbauamt Rostock erläuterte dem Ortsbeirat Südstadt die geplanten Veränderungen. Im Zentrum stehen zwei neue, separate Rechtsabbiegespuren:

  • Vom Goetheplatz kommend in die Erich-Schlesinger-Straße Richtung Feuerwache
  • Vom Südstadtcenter kommend in die Straße Richtung Nordex

Diese zusätzlichen Spuren sollen das Unfallpotenzial an dem neuralgischen Punkt reduzieren. „Das ist ein Unfallschwerpunkt der letzten Jahre“, betonte Medenwald die Dringlichkeit der Maßnahmen.

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Analyse der Unfallursachen

Eine detaillierte Auswertung der Vorfälle an der Kreuzung hat ergeben, dass etwa ein Drittel aller Unfälle durch das Zusammenspiel von Rechtsabbiegern und querenden Fußgängern oder Radfahrern verursacht wird. Häufig kommt es dabei nicht direkt zu Kollisionen zwischen diesen Gruppen, sondern zu Auffahrunfällen weiter hinten.

„Der Rechtsabbiegende erkennt zu spät einen Fußgänger oder Radfahrer. Es wird abrupt und unerwartet für den zweiten und dritten gebremst und dann kommt es überwiegend zu Auffahrten“, erklärte der Tiefbauamt-Mitarbeiter das typische Unfallmuster.

Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer

Neben den verkehrstechnischen Maßnahmen für Autofahrer sind auch deutliche Verbesserungen für den nicht-motorisierten Verkehr geplant:

  • Ein zusätzlicher vierter Fußgängerüberweg soll ein umlaufendes und barrierefreies Überqueren der Straßen ermöglichen
  • Die Ampelanlagen werden komplett erneuert
  • Die Bushaltestelle für Regionalbusse wird leicht versetzt

Die Bushaltestelle erhält jedoch keine separate Haltebucht, sodass die Busse wie bisher im fließenden Verkehr halten müssen.

Koordination mit Straßenbahnarbeiten

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) nutzt die Bauarbeiten, um im Kreuzungsbereich die Schienen für die Straßenbahnen zu erneuern. Diese Koordination ermöglicht eine effiziente Durchführung, führt aber auch zu zusätzlichen Einschränkungen. Wenn die RSAG die Gleise erneuert, sind „sehr, sehr starke Einschränkungen“ zu erwarten, die voraussichtlich etwa eine Woche andauern werden.

Umweltaspekte und Kosten

Der Umbau bringt auch ökologische Konsequenzen mit sich:

  • Etwa neun Bäume müssen für die Baumaßnahmen gefällt werden
  • Bereits 14 Ersatzpflanzungen sind geplant
  • Eventuell müssen Leitungen umverlegt werden

Die Kosten für das gesamte Projekt bewegen sich im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Die Finanzierung ist bereits gesichert.

Zeitplan und Verkehrseinschränkungen

Der detaillierte Zeitplan sieht folgende Schritte vor:

  1. März: Start der Entwurfsplanung
  2. 2028: Beginn der Bauarbeiten im Februar
  3. 2028: Voraussichtlicher Abschluss aller Arbeiten

Während der Bauphase sollen die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich gehalten werden. „Diese sollen allerdings so gering wie möglich gehalten werden und jeweils eine Spur befahrbar bleiben“, versicherte Medenwald. Dennoch müssen sich Autofahrer auf Staus, Umwege und erhebliche Behinderungen einstellen.

Langfristige Perspektive

Der Umbau ist nicht nur wegen der aktuellen Sicherheitsprobleme notwendig, sondern auch eine vorausschauende Maßnahme für die Zukunft. Mit der Fertigstellung der neuen Quartiere Groter Pohl, Südtor und Kesselborn wird die Verkehrsbelastung an dieser Kreuzung deutlich zunehmen. Die jetzt geplanten Maßnahmen bereiten die Infrastruktur auf diese zusätzliche Belastung vor und sollen langfristig für einen flüssigeren und sichereren Verkehr sorgen.

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Die Stadtverwaltung betont, dass alle Planungen darauf ausgerichtet sind, die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Mobilität aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Die detaillierte Verkehrsführung während der Bauarbeiten wird noch ausgearbeitet und rechtzeitig bekannt gegeben.