Ramadan-Supersaft im Trend: Was kann das Influencer-Getränk wirklich?
Ramadan-Supersaft: Was kann das Trendgetränk wirklich?

Social-Media-Trend: Was taugt der „Ramadan-Supersaft“ wirklich?

Nach einem langen Fastentag während des Ramadan sehnen sich viele Muslime vor allem nach einem: einem großen, erfrischenden Glas Wasser. Doch zahlreiche Fastende berichten von einem irritierenden Phänomen – trotz reichlichem Trinken fühlen sie sich nicht richtig hydriert. In sozialen Netzwerken wird aktuell eine vermeintliche Wunderlösung gefeiert: der sogenannte „Ramadan-Supersaft“. Einflussreiche Content-Creator preisen die spezielle Mischung als echten „Game Changer“ an. Doch was kann dieses Trendgetränk in der Praxis tatsächlich leisten?

Die Zusammensetzung des viralen Getränks

Die Rezeptur des Ramadan-Supersafts ist denkbar einfach: Kokoswasser dient als Basis, ergänzt durch eine Prise Salz, etwas Honig, frisch gepressten Zitronensaft und Chiasamen. Kokoswasser liefert wertvolle Mineralstoffe, insbesondere Kalium. Das hinzugefügte Salz bringt Natrium ins Glas. Honig sorgt für schnellen Zucker, während Zitrone für die notwendige Säure und einen frischen Geschmack sorgt. Chiasamen quellen in der Flüssigkeit auf und bilden eine gelartige Konsistenz.

Die zugrundeliegende Idee: Elektrolyte wie Natrium und Kalium sollen dabei helfen, das Wasser besser im Körper zu binden und zu speichern. Honig liefert nach vielen Stunden ohne Nahrungsaufnahme rasch verfügbare Energie. Chiasamen sollen durch ihre quellenden Eigenschaften länger satt machen und das Sättigungsgefühl verlängern.

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Warum entsteht der Ramadan-Durst überhaupt?

Durst ist kein Notfall-Signal, das erst kurz vor der Austrocknung des Körpers aktiviert wird. Bereits kleine Veränderungen im Blut und im Flüssigkeitshaushalt reichen aus, damit das Gehirn das Signal „trinken“ sendet. Während des Fastens verliert der Körper kontinuierlich Flüssigkeit – über die Atemluft, die Haut und durch die Nieren.

Wer abends nach Sonnenuntergang große Mengen Wasser auf einmal trinkt, stellt schnell fest: Der menschliche Körper ist kein simpler Wassertank. Was über den Bedarf hinausgeht, scheiden die Nieren relativ zügig wieder aus. Auch sehr salzige oder besonders zuckerreiche Speisen, die traditionell im Ramadan konsumiert werden, können das Durstgefühl zusätzlich verstärken und die Hydration erschweren.

Die tatsächliche Wirkung des Trend-Getränks

Elektrolythaltige Getränke werden tatsächlich etwas langsamer ausgeschieden als reines Wasser. Dieses Prinzip ist aus der Sporternährung bestens bekannt. Doch der Effekt bleibt in der Regel moderat und sollte nicht überschätzt werden. Wer im Alltag fastet und keiner extremen körperlichen Belastung ausgesetzt ist, verliert normalerweise keine außergewöhnlich großen Mengen an Elektrolyten.

Honig liefert zwar schnellen Zucker, der sich wie ein kurzer Energieschub anfühlen kann. Ein rascher Blutzuckeranstieg kann jedoch ebenso schnell wieder abfallen und zu Müdigkeit führen. Zudem kann eine hohe Zuckerkonzentration im Blut paradoxerweise das Durstzentrum im Gehirn zusätzlich stimulieren.

Chiasamen verlängern durch ihre Ballaststoffe das Sättigungsgefühl, was durchaus vorteilhaft sein kann. Allerdings reagieren manche Menschen nach längerer Nahrungspause empfindlich auf größere Mengen dieser Samen und bekommen unangenehmes Völlegefühl oder Verdauungsbeschwerden.

Zusammenfassend kombiniert der „Ramadan-Supersaft“ zwar Flüssigkeit, Elektrolyte, Zucker und Ballaststoffe in einem Getränk – er verändert jedoch nicht grundlegend, wie der Körper seinen komplexen Flüssigkeitshaushalt reguliert. Eine ausgewogene Ernährung über die Nachtstunden und regelmäßiges, über den Abend verteiltes Trinken bleiben die zuverlässigsten Methoden, um gut durch den Fastenmonat zu kommen.

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