Österreichischer Test warnt: Kichererbsen aus Dosen enthalten gefährliche Schadstoffe
Test: Kichererbsen in Dosen mit Schadstoffen belastet

Österreichischer Test enthüllt: Kichererbsen in Dosen stark mit Schadstoffen belastet

Für den Vorratsschrank greifen viele Verbraucher gerne zu Obst und Gemüse in Dosen oder Gläsern, da diese praktisch und lange haltbar sind. Doch eine aktuelle Untersuchung aus Österreich zeigt nun erschreckende Ergebnisse auf, die insbesondere Liebhaber von Hülsenfrüchten aufhorchen lassen sollten. Der Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) offenbart, dass Kichererbsen aus Dosen mit gefährlichen Chemikalien kontaminiert sein können.

Alarmierende Funde in allen getesteten Dosenprodukten

Bei der Untersuchung von 25 verschiedenen Kichererbsenprodukten wurden in allen 18 Dosen die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) nachgewiesen. Diese Substanz dient zur Herstellung von Kunststoffen und steht im Verdacht, fortpflanzungsschädigende sowie hormonähnliche Wirkungen zu entfalten. Zusätzlich können Leber und Nieren geschädigt sowie das Immunsystem beeinträchtigt werden. In einigen Produkten wurde zudem ein erhöhter Nickelgehalt festgestellt, der bei bestehender Kontaktallergie das Krankheitsbild verstärken kann.

Besonders bedenklich: In drei der getesteten Dosenprodukte wurde auch das umstrittene Pestizid Glyphosat entdeckt. Von den insgesamt 25 untersuchten Artikeln erwiesen sich lediglich sechs als empfehlenswert – und diese werden ausschließlich in Gläsern angeboten.

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Glasware als sichere Alternative

Die im Test positiv bewerteten Produkte stammen allesamt aus Glasverpackungen, wovon vier auch auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Dazu gehören:

  • dm Bio Kichererbsen (350 Gramm Inhalt, 220 Gramm Abtropfgewicht)
  • Dennree Kichererbsen (350 Gramm Inhalt, 250 Gramm Abtropfgewicht)
  • Alnatura Kichererbsen (330 Gramm Inhalt, 220 Gramm Abtropfgewicht)
  • Marschland Demeter Bio Kichererbsen (330 Gramm Inhalt, 220 Gramm Abtropfgewicht)

Experten der Stiftung Warentest betonen, dass Bio-Produkte im Test frei von Pflanzenschutzmitteln waren und somit eine sicherere Wahl darstellen.

Wie gelangen die Schadstoffe in die Lebensmittel?

Nickel wird von den Pflanzen natürlicherweise aus dem Boden aufgenommen und kann so in die Hülsenfrüchte gelangen. BPA hingegen stammt aus den Innenbeschichtungen der Dosen, die diese Chemikalie an die Lebensmittel abgeben können. Obwohl die Europäische Union im Januar eine Verordnung erlassen hat, die BPA in Lebensmittelverpackungen verbietet, gilt eine Übergangsfrist: Bis zum 20. Juli 2026 dürfen noch Verpackungen mit BPA hergestellt werden, die anschließend weitere zwölf Monate befüllt werden dürfen. Der Verkauf ist erlaubt, bis die Bestände aufgebraucht sind.

Für den österreichischen Test wurden die Kichererbsen im Dezember 2024 eingekauft, also zu einem Zeitpunkt, als die alten Verpackungen noch weit verbreitet waren. Verbraucher, die auf Nummer sicher gehen möchten, sollten daher aktuell besonders auf die Verpackungsart achten und bevorzugt zu Glasware greifen.

Kichererbsen: Beliebte Proteinquelle mit Risiken

Kichererbsen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen und erfreuen sich besonders in der veganen und vegetarischen Küche großer Beliebtheit. Auch Sportler schätzen sie aufgrund ihres hohen Proteingehalts. Die vielseitigen Hülsenfrüchte finden Verwendung in Salaten, Hummus, Falafeln und sogar das Abtropfwasser (Aquafaba) wird zur Herstellung veganer Desserts wie Mousse au Chocolat genutzt.

Angesichts der Testergebnisse raten Verbraucherschützer jedoch dringend davon ab, Kichererbsen aus Dosen zu kaufen. Stattdessen empfehlen sie den Griff zu Produkten in Glasverpackungen, die im Test deutlich besser abgeschnitten haben und als sicherere Alternative gelten.

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