Popstar Nina Chuba, 27, rät Menschen in psychischen Ausnahmesituationen zu Hilfsangeboten. „Therapie sollte kein Makel sein. Für mich zeigt das eher Stärke und Selbstreflexion“, sagte sie dem „Stern“. Sie finde es befreiend, wenn Menschen offen sagten, dass es ihnen schlecht gehe oder dass sie Unterstützung benötigten.
Eigene Erfahrungen mit Therapie
Sie selbst habe einmal in einem teuren Songwriting-Camp gemerkt, wie ihre Verfassung kippte. „Ich konnte morgens plötzlich nicht mehr aufstehen. Ich lag im Zimmer, war traurig, habe viel geweint und mich zu nichts aufraffen können. Das kannte ich so von mir nicht. Da war klar: Das ist nicht einfach nur Erschöpfung“, berichtete die Sängerin. „Ich habe mir selbst enormen Druck gemacht.“ Sie habe damals „unbedingt fürs zweite Album arbeiten“ wollen, doch nur ein Song sei entstanden. „Ich habe sofort mit meinem Management gesprochen und gesagt: Ich brauche Therapie. Die haben mir direkt geholfen.“ Seit zweieinhalb Jahren sei sie nun in Therapie, „ich empfehle es jedem“.
Erfolg und Ängste
Nina Chuba zählt zu den erfolgreichsten deutschen Popkünstlerinnen der Gegenwart. Sie wurde 1998 als Nina Katrin Kaiser in Wedel bei Hamburg geboren – und 2022 mit ihrem Song „Wildberry Lillet“ bekannt. Dem SPIEGEL sagte sie vergangenes Jahr über diese Zeit: „Dieser Hype damals war so irre, und ich war darauf nicht vorbereitet. Es hat sich zunächst einfach angefühlt wie der völlige Kontrollverlust. In der Therapie habe ich gelernt, dass viele meiner Ängste, die ich seitdem habe, aus dieser Zeit kommen. Weil ich mich damals so ausgeliefert gefühlt habe. Es ist so absurd. Ich lebe meinen Traum, aber habe Angst, alleine einen Kaffee zu bestellen oder in einen Flieger zu steigen.“
Die Sängerin ermutigt andere, sich ebenfalls Hilfe zu suchen. Sie betont, dass Therapie kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke sei. Ihre Offenheit soll dazu beitragen, das Stigma um psychische Gesundheit zu verringern.



