Social-Media-Aufruf löst riesige Schneeballschlacht an Münchner Pinakothek aus
Social-Media löst Schneeballschlacht an Pinakothek aus

Social-Media-Aufruf entfesselt Schneeballschlacht vor Münchner Kunsttempel

Nach den heftigen Schneefällen in der bayerischen Landeshauptstadt hat ein einfacher Social-Media-Post zu einem ungewöhnlichen Massenereignis geführt. Ein Instagram-Nutzer rief zu "Deutschlands größter Schneeballschlacht" vor der Alten Pinakothek auf – und löste damit eine Kettenreaktion aus, die Hunderte Menschen auf den Platz lockte.

Von 1.000 Likes zu 25.000: Die virale Schneeball-Invitation

Der Initiator hatte ursprünglich angekündigt, die Aktion nur durchzuführen, wenn sein Post mindestens tausend Likes erreichen würde. Am Ende waren es fast 25.000 positive Reaktionen, die den Aufruf zu einem viralen Phänomen machten. "Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der diese Idee cool findet", hatte der Nutzer in seinem Beitrag geschrieben – die überwältigende Resonanz gab ihm eindeutig Recht.

Nach Angaben von Augenzeugen folgten dem Aufruf mindestens 300 Menschen, die sich am Donnerstagabend vor dem berühmten Kunstmuseum versammelten. Gut eine halbe Stunde lang flogen die Schneebälle über den Platz, während sich im Inneren des Gebäudes Besucher Meisterwerke von Rubens ansahen – ein surreales Kontrastprogramm.

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Museumsleitung zeigt sich gelassen – Behörden weniger

Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken, zeigte sich nach der Aktion erstaunlich entspannt. "Die Leute hatten Spaß, es ist alles glimpflich abgelaufen", erklärte sie. Die Museumsmitarbeiter hätten lediglich darauf geachtet, dass Besucher beim Verlassen des Gebäudes nicht von Schneebällen getroffen wurden. "Ansonsten fanden wir es lustig", so Nehler weiter und verwies auf die ironische Parallelität: Draußen die vielleicht größte Schneeballschlacht Deutschlands, drinnen die größte Rubens-Sammlung des Landes.

Allerdings hatte die spontane Veranstaltung einen entscheidenden Haken: Sie war nicht bei den Behörden angemeldet. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) machte deutlich, dass für öffentliche Veranstaltungen grundsätzlich eine Genehmigung notwendig sei, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Eine solche Genehmigung habe der Veranstalter nicht beantragt.

Rechtliche Grauzone und mögliche Konsequenzen

Dem Initiator wurde deshalb empfohlen, den Aufruf zurückzunehmen. Dieser zeigte sich auf Instagram einsichtig und erklärte, ihm seien die rechtlichen Implikationen "in dem Ausmaß" nicht bewusst gewesen. Er rief die Teilnehmer zusätzlich dazu auf:

  • Keine Eisbrocken zu werfen
  • Keine Steine in Schneebälle einzubauen
  • Nicht auf Köpfe zu zielen

Das KVR wies grundsätzlich darauf hin, dass Veranstalter für mögliche Schäden haften und ihnen Kosten für Polizei- und Rettungsdiensteinsätze entstehen könnten. Die Durchführung einer nicht genehmigten Veranstaltung könne Ordnungswidrigkeitenverfahren nach sich ziehen. Ob die Schneeball-Gaudi tatsächlich rechtliche Konsequenzen haben wird, blieb zunächst offen und wird von den Behörden geprüft.

Die spontane Aktion zeigt exemplarisch, wie Social Media heute innerhalb kürzester Zeit Menschenmassen mobilisieren kann – und gleichzeitig die Herausforderungen, die solche ungeplanten Events für die öffentliche Ordnung mit sich bringen. Während die Teilnehmer einen winterlichen Spaß erlebten, stehen die Verantwortlichen nun vor der Frage, wie mit solchen viralen Phänomenen im öffentlichen Raum umzugehen ist.

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