Münchner St. Patrick's Day 2026: 50.000 Menschen feiern bei der größten Irland-Parade Europas
Seit drei Jahrzehnten verwandelt der St. Patrick's Day München jedes Jahr im März in ein pulsierendes Meer aus Grün. Tausende von Feiernden begehen die irisch-bayerische Freundschaft mit traditioneller Musik, Tanz und natürlich reichlich Bier. Die Organisatoren blicken jedoch nicht nur auf die erfolgreiche Vergangenheit zurück, sondern suchen aktiv jungen Nachwuchs, um die Zukunft der Parade und des begleitenden Festivals zu sichern.
Von 300 Erlaubnissen zu 50.000 Teilnehmern: Eine Erfolgsgeschichte
Im Jahr 1996 startete der Deutsch-Irische Freundeskreis Bayern die erste große Parade zum St. Patrick's Day in der bayerischen Landeshauptstadt. "Damals hatten wir eine Genehmigung für 300 Personen. Gekommen sind jedoch 3000", erinnert sich Frank McLynn, der Präsident des Vereins. Obwohl die irische Community in München relativ überschaubar ist, entwickelte sich das Event zu einem riesigen Publikumsmagneten. In den vergangenen Jahren strömten bis zu 50.000 Besucher in die Innenstadt, färbten diese mit ihren grünen Hüten, Jacken und Pullovern ein und genossen die Darbietungen zahlreicher irischer Musik- und Tanzgruppen auf den Straßen und in den Pubs.
Paul Daly vom legendären Kilian's Pub freut sich jedes Jahr aufs Neue auf das Spektakel und dankt insbesondere Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD sowie der Stadt München für die fortwährende finanzielle Unterstützung. Der Oberbürgermeister hat bereits zugesagt, diese Förderung auch in Zukunft fortzuführen.
Städtepartnerschafts-Träume und politische Prominenz
Oberbürgermeister Dieter Reiter, ein selbsternannter Irland-Enthusiast, wird auch in diesem Jahr wieder in der Festkutsche während der Parade am 15. März mitfahren und gemeinsam mit der Band von Paul Daly einige Lieder zum Besten geben. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft. Paul Daly sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen Dublin und München: "Die wunderschöne Landschaft rund um die Stadt, die reiche Kultur und natürlich das ausgezeichnete Bier." Sein großer Traum wäre eine offizielle Städtepartnerschaft.
Diesen Wunsch muss Reiter jedoch vorerst enttäuschen. München unterhält bereits acht Partnerstädte und hat laut dem Oberbürgermeister etwa 50 weitere Anfragen vorliegen. "Für die Pflege weiterer Partnerschaften fehlen uns schlichtweg die Kapazitäten", so Reiter. Immerhin konnte 2024 ein irisches Generalkonsulat in München eröffnet werden. "Irish-bayerisch, das passt einfach hervorragend zusammen", findet auch Christian Scharpf, der SPD-Referent für Arbeit und Wirtschaft. Er betont, dass der Münchner St. Patrick's Day zu den größten Paraden dieser Art in ganz Europa zählt.
Nachwuchssorgen und ein Abschied vom Heiligen Patrick
Der dreifache ESC-Gewinner und München-Liebhaber Johnny Logan, der seit Jahren die bayerisch-irische Freundschaft feiert und zeitweise in der Stadt lebt, muss in diesem Jahr aufgrund von Album-Arbeiten leider passen. Dafür hat Wolfgang Schramm zugesagt, erneut in die Rolle des Bischofs St. Patrick zu schlüpfen. Es könnte jedoch sein letzter Auftritt in diesem Kostüm sein, wie der Bayer mit dem charakteristischen weißen Bart verkündet. "Ich bin inzwischen älter als der echte St. Patrick geworden ist", begründet er seinen möglichen Rückzug.
Paul Daly lacht über diese Ankündigung: "Das sagt er schon seit einigen Jahren." Dennoch sucht man aktiv nach einem Nachfolger, der innerhalb eines Jahres einen langen, weißen Bart wachsen lassen kann. Daly appelliert generell an die junge Generation: "Viele von uns Organisatoren sind seit dem ersten Tag dabei. Mit viel Elan, aber damit der St. Patrick's Day in München auch noch sein 50. Jubiläum feiern kann, benötigen wir dringend junge Leute, die ihn mitgestalten und weiterführen."
Vielleicht finden sich diese engagierten Nachwuchskräfte bereits beim kommenden St. Patrick's Day. Bei einem Glas Guinness und Fish and Chips auf dem Odeonsplatz oder einem feinen Whiskey in einem der vielen Pubs lassen sich bekanntlich besonders leicht Freundschaften fürs Leben schließen – und vielleicht auch die Weichen für die nächste Generation dieses einzigartigen Festes stellen.



