Airbräu-Tenne: Starkbierfest mit politischem Derblecken am Münchner Flughafen
Starkbierfest in der Airbräu-Tenne: Krebs in vier Rollen

Traditionelles Derblecken in der Airbräu-Tenne begeistert mit politischem Kabarett

In der weltweit einzigen Flughafenbrauerei, der Airbräu am Münchner Flughafen, fand am Dienstagvormittag das traditionelle Starkbierfest statt. Während normalerweise internationale Reisende das Bild prägen, herrschte an diesem Tag urbayrisches Flair. Kabarettist Wolfgang Krebs begeisterte das Publikum in diesem Jahr besonders stark, indem er gleich in vier verschiedene Rollen schlüpfte.

Premiere mit vier Politiker-Persönlichkeiten

Nach fast zwei Jahrzehnten trat Krebs nicht nur in seiner bekannten Rolle als Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber auf, sondern auch als amtierender Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und der legendäre Franz Josef Strauß. Diese Premiere brachte dem Kabarettisten mehr inhaltliche Freiheit und ermöglichte eine breitere Themenpalette.

Die Fastenrede musste dabei geschickt zwischen dem globalen Anspruch des Flughafens und regionalen Lokalgeschehen vermitteln. Viele Plätze in der Airbräu-Tenne waren mit Kommunalpolitikern aus umliegenden Gemeinden besetzt, was Krebs zu humorvollen Anspielungen auf lokale Ereignisse inspirierte.

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Lokale Themen und bayerischer Humor

In seinen Rollen spielte Krebs auf verschiedene regionale Themen an:

  • Eine Krähenplage im Erdinger Stadtpark
  • Den Neubau eines Rathauses in Oberding
  • Die anstehenden Kommunalwahlen und anwesende Kandidaten
  • Das mysteriöse Verschwinden der Münchner Eisbachwelle

Besonders die Aufregung um die Eisbachwelle erreichte sogar den nördlich gelegenen Flughafen. In seiner Stoiber-Rolle vermutete Krebs scherzhaft einen Zusammenhang mit der Surftown in Hallbergmoos und bezichtigte deren Verantwortliche des Verdachts.

Schwieriger Start und Starkbier-Spezialität

Der Vormittag begann allerdings mit einem ernsten Thema. Andreas Reichert, Geschäftsführer der Gastronomie-Tochter Allresto, sprach das Zwischenfall von letzter Woche an, bei dem 600 Passagiere mehrere Stunden in Flugzeugen ausharren mussten. Er betonte, dass Flughafen und Lufthansa die Aufklärung mit Hochdruck vorantreiben.

Doch spätestens mit dem Auftritt von "Markus Söder" kehrte die typische Derblecken-Stimmung ein. Das hauseigene Starkbier "Aviator" mit 8 Prozent Alkoholgehalt – stärker als im Vorjahr – trug sein Übriges zur ausgelassenen Atmosphäre bei. Braumeister René Jacobsen und Airbräu-Tenne-Wirtin Barbara Deimel betonten den besonderen Wert dieses bayerischen Feelings am internationalen Flughafen.

Tradition mit Zukunft

Seit 2008 tritt Wolfgang Krebs regelmäßig zum Starkbierfest in der Airbräu-Tenne auf. Die Reden schreibt der ehemalige Flughafen-Sprecher Ingo Anspach. Künftig soll die Rolle von Edmund Stoiber sogar weiter zurückgehen, während neue Figuren wie Markus Söder mehr Raum einnehmen werden.

Für Besucher lohnt sich der Besuch nicht nur wegen des speziellen Starkbiers, sondern auch wegen des einzigartigen Ambientes. Eine Halbe "Aviator" kostet vor Ort 4,40 Euro und bietet Gelegenheit, diese besondere Münchner Tradition zu erleben – auch für Stadtbewohner, die extra zum Flughafen reisen müssen.

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