Starkbierfest am Münchner Flughafen: Kabarettist Krebs brilliert in vier Politiker-Rollen
Starkbierfest: Krebs als Söder, Stoiber, Aiwanger und Strauß

Tradition trifft Kabarett: Airbräu-Starkbierfest begeistert mit politischem Humor

Wo normalerweise internationale Reisende mit ihren Koffern eilen und englische Durchsagen den Rhythmus vorgeben, herrschte am Dienstagvormittag uriges bayerisches Flair: Die Airbräu, die weltweit einzige Brauerei auf einem Flughafengelände, feierte ihr traditionelles Starkbierfest. In der gemütlichen Tenne versammelten sich zahlreiche Gäste, darunter viele Kommunalpolitiker aus der Region, um dem sogenannten Derblecken beizuwohnen.

Schwieriger Start und politische Parodien

Bevor das Kabarettprogramm begann, sprach Andreas Reichert, Geschäftsführer der Gastronomie-Tochter Allresto, ein aktuelles Problem an: "Flughafen und Lufthansa nehmen die Sache sehr ernst und arbeiten unter Hochdruck an der Aufklärung", sagte er bezüglich des Vorfalls, bei dem 600 Passagiere vor einer Woche stundenlang in Flugzeugen ausharren mussten. Doch spätestens als "Markus Söder" zwischen den Tischen zur Bühne schritt, verflog die angespannte Stimmung.

Der Kabarettist Wolfgang Krebs überraschte das Publikum, indem er nicht wie angekündigt als Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber auftrat, sondern gleich in vier verschiedene Rollen schlüpfte. Neben Markus Söder verkörperte er auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Franz Josef Strauß und natürlich Edmund Stoiber. "Ein paar von Ihnen wirken noch etwas verwirrt, weil Sie womöglich gar nicht mit mir gerechnet haben", scherzte Krebs in seiner Söder-Rolle zu Recht.

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Lokale Themen und bayerischer Humor

Die Fastenrede des Kabarettisten musste zwischen dem globalen Anspruch des Flughafens und regionalen Besonderheiten vermitteln. So spielte Krebs auf eine Krähenplage im Erdinger Stadtpark an, den Bau eines neuen Rathauses in Oberding und die anstehenden Kommunalwahlen. "Ihr könnt später gerne noch ein Selfie mit mir machen", bot "Söder" den anwesenden Kandidaten augenzwinkernd Wahlkampfhilfe an.

Auch die Landeshauptstadt München blieb nicht unerwähnt. Das mysteriöse Verschwinden der Eisbachwelle sorgte für humorvolle Spekulationen: In seiner Stoiber-Rolle vermutete Krebs einen Zusammenhang mit der "Surftown" in Hallbergmoos und warf den dortigen Verantwortlichen scherzhaft Sabotage vor.

Tradition und Innovation beim Starkbier

Seit 2008 tritt Wolfgang Krebs regelmäßig beim Airbräu-Derblecken auf, die Texte schreibt der ehemalige Flughafen-Sprecher Ingo Anspach. Die neuen Rollen bieten dem Kabarettisten mehr inhaltliche Freiheit, wie er erklärte. Künftig soll die Stoiber-Rolle sogar etwas in den Hintergrund treten.

Für das besondere bayerische Feeling am Flughafen lohne sich der Besuch immer, betonte Airbräu-Tenne-Wirtin Barbara Deimel. Das hauseigene Starkbier "Aviator" mit stolzen 8 Prozent Alkoholgehalt – stärker als im Vorjahr – ist nun auf der Karte und kann vor Ort für 4,40 Euro pro Halbe genossen werden. Ein reguläres Starkbier-Programm wird es in dem Wirtshaus zwar nicht geben, doch die traditionelle Atmosphäre und der politische Humor machen das Event zu einem besonderen Erlebnis.

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