Komplette Oscar-Pleite für Timothée Chalamet und seinen Film „Marty Supreme“
Der Hollywood-Star Timothée Chalamet musste bei der 98. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles eine bittere Niederlage einstecken. Trotz neun Nominierungen für den Tischtennis-Film „Marty Supreme“ unter der Regie von Josh Safdie ging der Film bei der glamourösen Gala im Dolby Theatre völlig leer aus. Chalamet, der mit Freundin Kylie Jenner in der ersten Reihe saß, war bereits zum dritten Mal als bester Hauptdarsteller nominiert, doch auch diesmal blieb ihm der begehrte Oscar verwehrt.
Michael B. Jordan gewinnt die Hauptdarsteller-Trophäe
Die Auszeichnung für den besten Hauptdarsteller ging stattdessen an Michael B. Jordan für seine beeindruckende Doppelrolle in dem Vampirdrama „Blood & Sinners“. In der gesamten Preissaison hatte Chalamet lange als klarer Favorit gegolten, nachdem er in „Marty Supreme“ als ambitionierter Tischtennisspieler brillierte, der mit allen Mitteln den Aufstieg zum Champion anstrebt. In zahlreichen Interviews hatte sich der Schauspieler ähnlich erfolgsbesessen wie sein Filmcharakter präsentiert.
Die Opern-Kontroverse als möglicher Grund für die Niederlage
Die Frage nach den Gründen für die komplette Oscar-Pleite von „Marty Supreme“ beschäftigt die Filmwelt. Lag es möglicherweise an Chalamets schlagzeilenträchtigen Äußerungen über angeblich mangelndes Interesse der Allgemeinheit an Oper und Ballett? Bereits zur Eröffnung der Gala hatte Moderator Conan O'Brien (62) mit einem Seitenhieb auf Chalamet für Lacher gesorgt. Er erklärte, die Sicherheitsvorkehrungen seien an diesem Abend besonders streng, und fügte mit Blick auf den Schauspieler hinzu: „Mir wurde gesagt, dass es Bedenken hinsichtlich Angriffen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt gibt“.
Chalamets kontroverse Aussagen und die Reaktionen
Der Hollywood-Star hatte sich im Februar in einer fast 90-minütigen Gesprächsrunde mit seinem Kollegen Matthew McConaughey über die Zukunft der Kinobranche und das Publikumsinteresse an Filmen geäußert. Dabei sagte Chalamet, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle – „Dinge, bei denen man sagt, 'Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert'“. Diese Aussage löste in der Kunstwelt Empörung aus. Große Opernhäuser reagierten mit einer Mischung aus Witz und Kritik, posteten Videos von voll besetzten Sälen und luden Chalamet zum Opern-Besuch ein.
Zeitlicher Zusammenhang mit der Oscar-Abstimmung
Allerdings stellt sich die Frage, ob dieser Shitstorm tatsächlich als plausible Erklärung für Chalamets Niederlage bei den Oscars dienen kann. Die Kontroverse erreichte ihren Höhepunkt erst Anfang März, als die Abstimmung über die Preisträger bereits abgeschlossen war. Die Oscar-Wahlberechtigten hatten ihre Stimmen also bereits abgegeben, bevor die Diskussion um Chalamets Opern-Äußerungen richtig Fahrt aufnahm.
Chalamets bisherige Oscar-Nominierungen
Bereits vor „Marty Supreme“ war Timothée Chalamet zweimal für einen Oscar nominiert gewesen. Im Jahr 2018 erhielt er eine Nominierung für seine Rolle in dem Coming-of-Age-Drama „Call Me By Your Name“, und im vorigen Jahr wurde er für seine Darstellung der Musikikone Bob Dylan im Biopic „Like a Complete Unknown“ ausgezeichnet. Trotz dieser beeindruckenden Nominierungsserie konnte der junge Schauspieler bisher noch keinen der begehrten goldenen Trophäen mit nach Hause nehmen.



