Goldene Himbeeren 2026: Zwei Filme dominieren die Schmähpreis-Verleihung
In Los Angeles ist eine Auszeichnung verliehen worden, die wohl niemand freiwillig entgegennehmen möchte: Die sogenannten „Goldenen Himbeeren“ wurden am Vortag der Oscar-Verleihung vergeben. Dieser satirische Preis zeichnet jährlich die schlechtesten Filme und Darsteller des vergangenen Kinojahres aus und gilt als humorvolle Parodie auf den begehrten Oscar.
„Schneewittchen“ erntet vernichtende Kritik für computergenerierte Zwerge
Besonders hart traf es in diesem Jahr die Neuverfilmung des Märchenklassikers „Schneewittchen“. Der Film stand bereits vor seinem Kinostart in der Kritik, da die moderne Adaption an vielen Stellen nicht überzeugte. Die Organisatoren der Himbeeren übten scharfe Kritik an den computergenerierten Zwergen, die sie als „furchterregend, erschreckend und grell unecht“ bezeichneten. Prompt wurden alle sieben digitalen Zwerge mit dem Preis für die schlechtesten Nebendarsteller ausgezeichnet. Eine persönliche Abholung der Preise blieb aus verständlichen Gründen aus, denn die betroffenen Schauspieler bleiben den Himbeeren traditionell meist fern.
„Krieg der Welten“ als schlechtester Film des Jahres
Ebenfalls mehrfach „ausgezeichnet“ wurde der Science-Fiction-Film „Krieg der Welten“, der zum schlechtesten Film des Jahres 2025 gekürt wurde. Der Film, der eine Invasion von Außerirdischen mit Verschwörungsszenarien verbindet, hatte bereits im Vorfeld schlechte Kritiken erhalten. Hauptdarsteller Ice Cube erhielt zudem die zweifelhafte Ehre, als schlechtester Schauspieler des Jahres benannt zu werden.
Die Ambivalenz der Goldenen Himbeeren
Obwohl die Auszeichnungen nicht ganz ernst gemeint sind, stellen sie für viele Hollywood-Stars dennoch ein jährliches Ärgernis dar. Während einige die Preisverleihung ignorieren, nehmen andere sie mit Humor. Unvergessen bleibt der Auftritt von Sandra Bullock im Jahr 2010, die persönlich ihre Goldene Himbeere für „All About Steve“ entgegennahm und dabei sogar DVDs des Films an das Publikum verteilte. Ironischerweise gewann sie im selben Jahr auch einen Oscar für „The Blind Side“.
Oscars stehen bevor – Himbeeren werden schnell vergessen
Die eigentlichen Oscars werden am kommenden Sonntag in Hollywood verliehen. Mit den meisten Nominierungen geht der Vampir-Horrorfilm „Blood & Sinners“ ins Rennen, der in 16 Kategorien nominiert ist – ein Rekord in der Oscar-Geschichte. Viele Experten rechnen jedoch damit, dass der satirische Action-Thriller „One Battle After Another“ als bester Film ausgezeichnet wird. Spätestens dann dürften die ungeliebten Himbeeren wieder in Vergessenheit geraten sein.
Die Goldene Himbeere bleibt damit eine kurioses Phänomen der Filmindustrie: Ein Preis, den niemand gewinnen möchte, der aber dennoch jedes Jahr für Gesprächsstoff sorgt und auf humorvolle Weise die weniger glamourösen Seiten des Filmgeschäfts beleuchtet.



