Bildgewaltige Tragikomödie: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ erzählt von Hoffnung und Grenzen
Tragikomödie: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“

Ein ungewöhnliches Kinoerlebnis: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“

Das Spielfilmdebüt des Schweizer Regisseurs Nicolas Steiner, basierend auf einem Drehbuch von Bettina Gundermann, bietet Kinobesuchern eine außergewöhnliche Erfahrung. Die Tragikomödie „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ überrascht nicht nur durch ihre unkonventionelle Schwarz-Weiß-Ästhetik, sondern vor allem durch ihre tiefgründige Charakterstudie.

Eine besondere Beziehung entsteht

Im Zentrum der Handlung steht die Studentin Lena, gespielt von Luna Wedler, die eine Stelle als Schreibtherapeutin in einem Resozialisierungsprojekt annimmt. Ihr einziger Klient ist Hugo Drowak, verkörpert von Karl Markovics – ein verbitterter, alkoholkranker Misanthrop, der in einem heruntergekommenen Hochhaus lebt und sich von der Welt abgeschottet hat.

Was diesen Film so besonders macht, ist die ungewöhnliche Bildsprache: Anders als in vielen Produktionen spielt die Gegenwart in Schwarz-Weiß, während Rückblenden farbig gestaltet sind. Diese künstlerische Entscheidung fordert die Zuschauer heraus und schafft eine einzigartige Atmosphäre.

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Die Kraft des Glaubens an das Positive

Lena lässt sich von Hugos abweisendem Verhalten nicht abschrecken. Ihre unerschütterlich positive Ausstrahlung und ihr fester Glaube an das Gute wirken in der düsteren Umgebung fast fehl am Platz – und doch gerade deshalb umso wohltuender. Langsam gelingt es ihr, die Mauern einzureißen, die Hugo um sich errichtet hat.

Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg herausragend: Luna Wedler verkörpert die hoffnungsvolle Lena mit beeindruckender Authentizität, während Karl Markovics den komplexen Hugo Drowak mit großer Intensität darstellt. Auch Lars Eidinger in der Rolle des exzentrischen Amtsleiters hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Emotionale Achterbahnfahrt für das Publikum

Der Film fordert seine Zuschauer auf mehreren Ebenen:

  • Die ungewöhnliche Bildästhetik erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit
  • Die Stimmung wechselt zwischen märchenhaften, surrealistischen und bedrohlichen Momenten
  • Emotional bewegt man sich zwischen amüsanten, rührenden und skurrilen Szenen

Durch das Schreiben findet Hugo Drowak tatsächlich neue Kraft und beginnt, sein trostloses Leben hinterfragen zu wollen. Doch die Dämonen seiner Vergangenheit holen ihn immer wieder ein. In dieser „Drecksloch-Siedlung“, wie sie im Film genannt wird, bleibt die Frage: Wie lange kann das Blau des Himmels noch durchblitzen?

„Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ ist mehr als nur ein Film – es ist eine intensive Studie über menschliche Verbindungen, die Kraft der Hoffnung und die Grenzen, an die selbst die optimistischsten Menschen stoßen können.

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