Young Sherlock: Hollywoods nächste Generation übernimmt das Holmes-Universum
Man benötigt keine detektivischen Fähigkeiten, um zu erkennen, dass hier ein bedeutender Generationswechsel in der Filmwelt stattfindet. Die neue Amazon-Prime-Serie Young Sherlock hat sofort nach ihrem Start die Spitzenposition der Streaming-Charts erobert. Regielegende Guy Ritchie entfacht mit diesem Projekt das nächste Kapitel im Sherlock-Holmes-Universum – jünger, wilder und britischer als je zuvor. Besonders bemerkenswert ist die Besetzung mit prominenten Schauspielernamen, die jedoch neue Gesichter in diese ikonische Rolle bringen.
Dynastien übernehmen: Die Fiennes- und Irons-Familien im Fokus
Hero Fiennes Tiffin, Spross der berühmten Fiennes-Dynastie, verkörpert Sherlock Holmes als 19-jährigen Studenten – genial, getrieben und verletzlich zugleich. Seine Mutter Martha ist Regisseurin, während seine Onkel Ralph und Joseph Fiennes zur Hollywood-A-Liga gehören. Interessanterweise spielt Onkel Joseph in der Serie den Vater von Sherlock Holmes, was einen symbolischen Generationenübergang innerhalb der Familie und der Serie darstellt.
An seiner Seite agiert Max Irons, Sohn der Kino-Legende Jeremy Irons, als großer Bruder Mycroft Holmes. Im exklusiven Interview spricht Max Irons über den Druck, der mit solchen Dynastien einhergeht, und die typisch britische Coolness, die das Projekt prägt. Es wäre töricht, sich zu sehr um das Vermächtnis zu sorgen, erklärt Irons. Man kann nicht kontrollieren, was andere denken. Die Herangehensweise? Präsent sein und Spaß haben.
Guy Ritchies Regie: Dialoge, die tanzen
Die chinesische Schauspielerin Tsine Zeng, die in der Serie eine Prinzessin im viktorianischen England verkörpert, lobt Regisseur Guy Ritchie in höchsten Tönen. Guy Ritchie und Sherlock Holmes – das passt zu 100 Prozent, betont sie. Wie er Dialoge tanzen lässt, wie er Rhythmus und Tempo bestimmt. Und: Jede Action hat einen Zweck. Diese präzise Inszenierung trägt maßgeblich zum Erfolg der Serie bei, die im England der 1870er Jahre angesiedelt ist.
Britische Reserviertheit versus moderne Medien
Max Irons reflektiert über die britische Natur seines Charakters Mycroft Holmes, der in den Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle als nüchterne Figur beschrieben wird. Auf die Frage, ob Mycroft Social Media genutzt hätte, lacht Irons. Bist Du verrückt? Mycroft hätte kein Social Media, erklärt er. Der Schauspieler selbst nutzt Plattformen wie Instagram privat kaum und beschreibt Mycroft als jemanden, der all den Social-Media-Stress elegant umgehen würde.
Die Beziehung zwischen Sherlock und Mycroft wird von Irons als komplex beschrieben. Zwischen Sherlock und Mycroft knistert es, sagt er. Eher Liebe und Angst. Mycroft fürchtet, seinen hochbegabten, aber verletzlichen Bruder zu verlieren. Diese Angst unter englischer Reserviertheit zu verstecken, ist die spannende Aufgabe.
Ein neues Universum neben den Klassikern
Wie geht man mit den berühmten Sherlock-Vorbildern wie Benedict Cumberbatch und Robert Downey Jr. um? Max Irons hat eine klare Strategie: Beobachten, ehren, vielleicht eine Idee klauen – aber dann bewusst loslassen. Guy baut ein völlig neues Universum. Alles ist frisch. Selbst von seinem oscarprämierten Vater Jeremy Irons erhält er keine speziellen Tipps. Mit den Eltern die eigenen Szenen schauen? Das ist psychologische Folter!, scherzt der Schauspieler.
Mit einer herausragenden Besetzung, die neben Hero Fiennes Tiffin und Max Irons auch Colin Firth, Natascha McElhone und Dónal Finn umfasst, setzt Young Sherlock neue Maßstäbe im Krimi- und Mystery-Genre. Die Serie beweist, dass klassische Geschichten mit frischem Ansatz und junger Besetzung erfolgreich neu interpretiert werden können.



