Maritimes Wahrzeichen erhält neue Heimat: Leuchtturm „Roter Sand“ zieht nach Fedderwardersiel
Nach einer intensiven Standortsuche ist die Entscheidung gefallen: Der berühmte, aber stark beschädigte Leuchtturm „Roter Sand“ wird künftig in Fedderwardersiel auf der Halbinsel Butjadingen stehen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gab bekannt, dass sie diesen Küstenort als neue Heimat für das denkmalgeschützte Bauwerk favorisiert. Damit endet die monatelange Diskussion über die Zukunft des mehr als 140 Jahre alten Seezeichens.
Vier Bewerber im Rennen – Fedderwardersiel setzt sich durch
Insgesamt hatten sich vier Küstenstädte um den markanten rot-weißen Leuchtturm beworben. Neben dem nun ausgewählten Fedderwardersiel waren Wilhelmshaven, Bremerhaven und Hooksiel in Friesland im Gespräch. Nach einer gründlichen Prüfung wurden die beiden letztgenannten Orte jedoch nicht weiter berücksichtigt. Wilhelmshaven bleibt laut Stiftungssprecher dennoch eine Option, doch alle notwendigen Unterlagen für eine Baugenehmigung werden nun für Fedderwardersiel erstellt.
Für die Entscheidung sprachen mehrere Faktoren:
- Die direkte Küstennähe des Standorts
- Die Erfüllung technischer und infrastruktureller Anforderungen
- Die geplante Aufstellung nahe dem Krabbenkutterhafen
Warum der Umzug notwendig wurde
Der Leuchtturm „Roter Sand“ gilt als herausragendes maritimes Denkmal, doch Wind und Wellen haben dem Bauwerk in der Wesermündung stark zugesetzt. Ein Gutachten aus dem Jahr 2019 stellte fest, dass die Standsicherheit auf Dauer gefährdet ist. Seit 1964 wird das Seefeuer nicht mehr benötigt, und seit 1982 steht der Turm unter Denkmalschutz.
Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, betonte: „Wir wollen dieses Baudenkmal für künftige Generationen sichern.“ Eine Expertenkommission prüfte verschiedene Szenarien – vom kontrollierten Verfall über eine Sanierung vor Ort bis hin zum Versetzen. Das Ergebnis fiel 2023 eindeutig aus: Der Turm soll abgebaut und an Land wieder aufgestellt werden.
Vorteile des neuen Standorts
Der Umzug bringt mehrere Vorteile mit sich:
- Bessere Erreichbarkeit für Besucherinnen und Besucher
- Hautnahes Erlebnis des maritimen Denkmals
- Erhebliche Erleichterungen bei der Wartung
Die Kosten für dieses ambitionierte Vorhaben werden als „Millionenprojekt“ bezeichnet. Ein konkreter Zeitplan für den Abbau und Wiederaufbau steht bisher noch nicht fest. Dennoch markiert die Standortentscheidung einen wichtigen Schritt zur Rettung dieses ikonischen Stücks deutscher Seefahrtsgeschichte.



