Sorbische Ostereier-Kunst: Traditionelles Handwerk erlebt in Wittenberg eine Renaissance
Das Osterfest rückt näher und in der Lutherstadt Wittenberg blüht ein besonderes kulturelles Erbe auf. In der Kreisvolkshochschule Wittenberg findet der mittlerweile zur Tradition gewordene Kurs „Sorbische Ostereier“ statt, bei dem zehn hochmotivierte Teilnehmerinnen die alte Kunst der Eierverzierung nach sorbischem Brauch erlernen und praktizieren.
Die Kunst des Verzierens: Wachs, Geduld und Liebe zum Detail
Unter fachkundiger Anleitung entstehen aus einfachen Eiern kleine Kunstwerke. Die Teilnehmerinnen arbeiten mit traditionellen Techniken, bei denen Wachs und ein Gänsekiel die wichtigsten Werkzeuge sind. Monika Clauß, eine der Kursleiterinnen, demonstriert, wie mit dem feinen Gänsekiel filigrane Muster auf die Eierschale aufgetragen werden. „Jedes Ei erzählt eine eigene Geschichte durch seine Verzierung“, erklärt sie die Philosophie hinter dieser Handwerkskunst.
Warum sogar Straußeneier zum Einsatz kommen
Ein besonderes Highlight des Kurses sind die Straußeneier, die aufgrund ihrer Größe und robusten Schale besondere Herausforderungen und Möglichkeiten bieten. Die richtige Schale spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Verzierung, betonen die Experten. Während Hühnereier mit ihrer glatten Oberfläche ideal für feine Linien sind, bieten Straußeneier mehr Fläche für komplexere Muster und Motive.
Tradition meets Moderne: Ein Kurs mit wachsender Beliebtheit
Der Kurs in der Kreisvolkshochschule Wittenberg verbindet auf einzigartige Weise traditionelles Handwerk mit moderner Erwachsenenbildung. Die Teilnehmerinnen kommen aus verschiedenen Altersgruppen und Hintergründen, vereint durch ihre Begeisterung für diese kunstvolle Oster Tradition. Die Nachfrage nach solchen Kursen steigt kontinuierlich, was auf ein wachsendes Interesse an regionalen Bräuchen und handwerklichen Fähigkeiten hindeutet.
Die sorbische Ostereierkunst, einst ein Geheimnis weniger Familien, findet so ihren Weg in die breite Öffentlichkeit und sichert das Überleben dieser besonderen kulturellen Praxis für kommende Generationen.



