Wechsel an der Spitze des umbenannten Kennedy Centers
Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, wird nach einem turbulenten Jahr als Präsident des Kennedy Centers in Washington abgelöst. US-Präsident Donald Trump gab auf seiner Onlineplattform Truth Social bekannt, dass Matt Floca die Nachfolge von Grenell antreten wird. Die Entscheidung fällt nur wenige Monate vor Beginn einer umfassenden zweijährigen Renovierung der bedeutenden Kultureinrichtung.
Trumps Lob für Grenell und Ernennung des Nachfolgers
In seiner Mitteilung würdigte Trump die Leistungen von Richard Grenell, der während der Übergangsphase hervorragende Arbeit bei der Koordination verschiedener Bereiche des Zentrums geleistet habe. Der neue Präsident Matt Floca bekleidet derzeit den Posten als Vizepräsident für Gebäudemanagement beim Kennedy Center. Laut seiner offiziellen Biografie bringt Floca umfangreiche Erfahrungen im Baumanagement und im Immobiliensektor mit, was für die anstehende Renovierung von besonderer Bedeutung sein dürfte.
Umbenennung und künstlerischer Protest
Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Januar des vergangenen Jahres hatte Trump das Kennedy Center als »woke« kritisiert und umfassende personelle Veränderungen vorgenommen. Neben der Ernennung Grenells zum Präsidenten besetzte Trump das Direktorium neu und ließ sich selbst zum Vorsitzenden wählen. Im Dezember erhielt die Einrichtung schließlich den Namen »Trump Kennedy Center«, was eine deutliche Abkehr von der traditionellen Überparteilichkeit darstellt.
Diese Einmischung des Präsidenten in die Kulturpolitik sorgte bei zahlreichen Künstlern für erhebliches Unbehagen. Der bekannte Komponist Philip Glass sagte Ende Januar die Uraufführung seines Werks »Lincoln« über Abraham Lincoln im Kennedy Center ab. Glass begründete seine Entscheidung damit, dass unter der aktuellen Führung Werte vertreten würden, mit denen er sich nicht arrangieren könne.
Breite künstlerische Abwanderung
Seit Trumps zweitem Amtsantritt haben zahlreiche weitere Künstler und Gruppen ihre Auftritte am Kennedy Center gestrichen. Zu den prominenten Absagen gehören:
- Die Schauspielerin Issa Rae
- Das erfolgreiche Musical »Hamilton«
- Der renommierte Banjo-Spieler Béla Fleck
- Die Opernsängerin Renée Fleming
- Die Martha Graham Dance Company
- Der »Wicked«-Komponist Stephen Schwartz
- Die Washington National Opera, die seit 1971 regelmäßig im Kennedy Center auftrat
Historischer Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Das 1971 eröffnete Kulturzentrum wurde ursprünglich nach dem 1963 ermordeten demokratischen Präsidenten John F. Kennedy benannt, der gemeinsam mit seiner Frau Jacqueline zu Lebzeiten erhebliche Mittel für den Bau gesammelt hatte. Bis in die jüngste Vergangenheit galt das Kennedy Center als überparteiliche Institution mit jährlich etwa zwei Millionen Besuchern.
Anfang Februar wurde das Kulturzentrum für die Dauer von zwei Jahren geschlossen. Die umfangreichen Renovierungsarbeiten sollen offiziell am 4. Juli beginnen. Der Wechsel an der Führungsspitze erfolgt somit in einer Phase tiefgreifender Veränderungen für die einst renommierte Kultureinrichtung.



