Münchner Köche verbinden Kunst und Küche: Pop-up-Lokal Isarkaya startet mit Omas Küche
Kunst und Küche: Münchner Köche starten Pop-up-Lokal Isarkaya

Kunst und Kulinarik verschmelzen in München

Die Frage, ob Kochen als Kunstform betrachtet werden kann, beschäftigt Gastronomen und Kunstliebhaber gleichermaßen. Zwei Münchner Köche liefern nun mit einem außergewöhnlichen Projekt überzeugende Argumente. Vincent Fricke vom Cafédotcom und Marc Christian vom Meatingraum demonstrieren in ihrer aktuellen Ausstellung "Kunst Essen", wie sich berühmte Gemälde der Kunstgeschichte in kreative Gerichte verwandeln lassen.

Ausstellung und Kochbuch als kulinarische Hommage

Seit diesem Donnerstag präsentieren Fricke und Christian ihre Ausstellung "Kunst Essen" im Cafédotcom in der Brienner Straße 43. Die Wände des Lokals sind mit faszinierenden Fotografien geschmückt, die kulinarische Interpretationen bekannter Kunstwerke zeigen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Leonardo da Vincis "Letztem Abendmahl" als Arrangement aus zwölf Bohnen und einem Lammkotelett – eine provokante wie geniale Umsetzung.

Die fotografischen Werke stammen aus dem gleichnamigen Kochbuch der beiden Gastronomen, das beim Deutschen Kunstverlag für 42 Euro erhältlich ist. In "Kunst Essen – Kochrezepte inspiriert von großen Meisterwerken" haben Fricke und Christian insgesamt 15 ikonische Gemälde in nachkochbare Rezepte übersetzt. Das "Sardellenlamm" etwa interpretiert das biblische Passahlamm neu, während humorvolle Texte des Kabarettisten Philipp Weber die kulinarischen Kunstwerke erklären.

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Isarkaya: Japanische Kneipenkultur trifft auf deutsche Tradition

Neben Ausstellung und Buch kündigen die Köche bereits ihr nächstes Projekt an: Ab Juni eröffnen sie in einer ehemaligen Metzgerei in der Berger-Kreuz-Straße 48 das Pop-up-Lokal "Isarkaya". Das Konzept orientiert sich an japanischen Izakayas – kleinen Kneipen, in denen Gerichte direkt über den Tresen gereicht werden. Der gläserne Verkaufstresen der alten Metzgerei bietet dafür ideale Voraussetzungen.

Besonders spannend wird die thematische Ausrichtung: Ab 17. Juni startet "Isarkaya" mit "Oma-Kase", einer kreativen Verschmelzung der japanischen Omakase-Tradition (bei der der Gast dem Küchenchef vertraut) mit deutscher Großmuttersküche. Marc Christian erklärt: "Von meiner Seite sind das Gerichte mit Pfälzer Hintergrund, wie sie meine Oma damals gekocht hat." Als Beispiel nennt er "Grumbeersupp mit Quetschekuche" – eine herzhafte Kartoffelsuppe mit süßen Zwetschgenküchlein.

Kreative Freiheit statt festem Restaurant

Pro Abend finden etwa 20 Gäste an dem Tresen Platz, wobei das Menü voraussichtlich 99 Euro kosten wird. Das Pop-up-Konzept schließt im September mit dem Thema "Reife und Verfall", bei dem die Köche bewusst mit verbrannten oder vertrockneten Zutaten arbeiten, um die Schönheit des Vergänglichen zu zeigen.

Für Fricke und Christian steht die kreative Freiheit im Vordergrund. "Für mich wären es die ersten vier Höllenkreise, wenn ich jeden Tag dasselbe kochen müsste", gesteht Christian. Beide Köche schätzen die Möglichkeit, sich durch temporäre Projekte künstlerisch auszudrücken und immer neue kulinarische Experimente zu wagen. Die Ausstellung "Kunst Essen" bleibt vorerst im Cafédotcom zu sehen und bietet Besuchern einen einzigartigen Einblick in die Verbindung von kulinarischer und bildender Kunst.

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