Ende einer Ära: Münchens letzter Schreibmaschinen-Laden schließt für immer
Münchens letzter Schreibmaschinen-Laden schließt

Abschied von den letzten Schreibmaschinenmechanikern Münchens

Ein Stück Münchner Kulturerbe verschwindet: Der originelle Schreibmaschinen-Laden in Milbertshofen schließt seine Pforten endgültig. Damit hören die letzten Schreibmaschinenmechaniker der Stadt auf, ihre einzigartige Dienstleistung anzubieten. Die Werkstatt in der Lüneburger Straße, die über Jahre hinweg Anlaufstelle für Liebhaber mechanischer Schreibgeräte war, wird künftig als Wohnung genutzt.

Büromaschinenmechanikermeister Josef Bajfus beendet Ära

Büromaschinenmechanikermeister Josef Bajfus, der vor seiner Werkstatt in der Lüneburger Straße stand, verkörpert eine aussterbende Handwerkskunst. Seine Expertise im Reparieren und Warten von Schreibmaschinen war in München einmalig und zog Kunden aus der gesamten Region an. Der Rückzug markiert das Ende einer handwerklichen Tradition, die in der digitalen Ära immer seltener wird.

Der Laden galt als Paradies für Retro-Enthusiasten und Sammler historischer Büromaschinen. In einer Zeit, in der Computer und Tablets dominieren, bot er eine nostalgische Oase, wo das Klackern der Tasten und das mechanische Innenleben der Geräte im Mittelpunkt standen. Die Schließung ist daher nicht nur ein betriebswirtschaftlicher Schritt, sondern auch ein kultureller Verlust für die Stadt.

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Vom Kult-Laden zur Wohnung: Die Zukunft der Lüneburger Straße

Die Umwandlung der Werkstatt in eine Wohnung spiegelt den strukturellen Wandel in Münchens Stadtvierteln wider. Milbertshofen, ein Stadtteil mit gemischter Nutzung, sieht damit ein weiteres Stück gewerblicher Vielfalt schwinden. Die Entscheidung unterstreicht, wie Nischenhandwerke zunehmend dem Druck der Immobilienentwicklung weichen müssen.

Für viele Münchner war der Schreibmaschinen-Laden mehr als nur ein Geschäft – er war ein Treffpunkt für Gleichgesinnte und ein lebendiges Museum der Technikgeschichte. Die Schließung am 13. März 2026 markiert somit nicht nur das Ende eines Betriebs, sondern auch das Verschwinden eines sozialen und kulturellen Ankers im Viertel.

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