Senta Berger plant Comeback nach schwerem Sturz
Die renommierte Schauspielerin Senta Berger (84) kämpft sich nach einem schweren Unfall mit bewundernswerter Disziplin und charakteristischem Humor zurück ins Rampenlicht. Bei einer exklusiven Sondervorführung in München gab die Künstlerin erstmals seit ihrem Sturz im Januar wieder ein öffentliches Statement ab und ließ dabei auch ihre Zukunftsperspektiven durchblicken.
Der Unfall: Ein Mary-Poppins-Moment ohne Schirm
Mitte Januar stürzte Berger während einer Lesungsvorbereitung mit Schauspielkollege Friedrich von Thun in Hamburg von der Bühne und erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. Die Schauspielerin beschreibt den Moment mit typischer Selbstironie: "Ich habe so wie Mary Poppins ohne Schirm einen sehr energiegeladenen großen Schritt ins Leere gemacht." Sie übernahm dabei selbstkritisch die Verantwortung: "Es ist nun mal passiert und es war meine Schuld, verdammt noch mal. Wir waren spät dran, es musste alles schnell gehen."
Reha mit Kinounterbrechung
Nach der Operation in Hamburg befindet sich Berger derzeit in einer Reha-Klinik südlich von München. Für die Münchner Kinovorführung ihres aktuellen Erfolgsfilms "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" nahm sie sich einen kurzen Erprobungsurlaub. "Ich übe Alltag jeden Tag", beschreibt sie ihre aktuelle Routine. "Trotzdem wird es so sein, dass mir viele Dinge schwerfallen, dass ich erst merke, wie viel mir runterfällt, was ich aufheben muss, was noch nicht so toll geht."
Disziplin als Genesungsstrategie
Trotz der körperlichen Einschränkungen präsentierte sich Berger bei ihrem Auftritt in gewohnter charmanter Form. Ihre Genesungsphilosophie ist klar: "Dann gibt es halt auch so eine Disziplin: beiße ich mich da jetzt durch oder lasse ich mich hängen? Was habe ich für eine Alternative? Ja, ich hatte keine." Unterstützung erhält sie dabei vor allem von ihren Söhnen Simon und Luca Verhoeven.
Zukunftspläne: Film und Lesungen
Obwohl Berger ihren aktuellen Film zunächst als "schönen Abschied" bezeichnet, schließt sie weitere Filmprojekte nicht aus: "Who knows? Ich will mich nicht festlegen wie ein Politiker, der alles dann wieder umstoßen muss. Aber sollte jetzt irgendwas kommen..." Ihr Film, inszeniert von Sohn Simon Verhoeven, steht kurz davor, die Marke von einer Million Zuschauern zu erreichen.
Konkrete Pläne gibt es bereits für ihre Lesereihe "Loriot - Szenen einer Ehe" mit Friedrich von Thun. "Ich bin sozusagen noch im Krankenstand bis Ende April und dann gehe ich mit Friedrich von Thun auf Tour", verrät die Schauspielerin. Die Wartezeit bis zur vollständigen Genesung fällt der energiegeladenen Grünwalderin allerdings schwer: "Ich finde, für meine Begriffe bin ich sehr geduldig gewesen von Anfang an, auch wissend, dass ich mein Schicksal nicht mehr wenden kann."
Motivation durch Publikumsreaktionen
Besonderen Antrieb gab Berger während ihrer Genesung die positive Resonanz auf ihren Film. "Ich lag im Krankenhaus, da gingen ganze Schwestern-Belegschaften in den Film rein und sie kamen am nächsten Tag, um mir zu sagen, wie sie es gefunden haben - Ja, ganz toll", freut sich die Schauspielerin. In dem Film spielt sie die Großmutter von Joachim (Bruno Alexander), der an der renommierten Otto Falckenberg Schule für Schauspiel in München studiert.



