Senta Berger kehrt trotz Verletzung auf die Bühne zurück
Für einen besonderen Abend verließ Schauspielerin Senta Berger am Mittwoch ihre Münchner Rehaklinik und begab sich in den Rio Palast am Rosenheimer Platz. Ihr Sohn, der Regisseur Simon Verhoeven, hatte diese exklusive Vorführung speziell für seine Mutter organisiert. Die Veranstaltung markierte Bergers ersten öffentlichen Auftritt seit ihrem schweren Sturz von einer Bühne in Hamburg, der zu einem Oberschenkelhalsbruch führte.
Reha-Ausgang für filmischen Höhepunkt
„Ich habe nur fünf Stunden Ausgang bekommen“, erklärte Berger charmant während eines Vorgesprächs. Trotz ihrer Verletzung und der Notwendigkeit, sich auf zwei Krücken fortzubewegen, zeigte sich die Schauspielerin entschlossen, den Film „Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ endlich auf der großen Leinwand zu sehen. In diesem Film spielt sie eine der Hauptrollen, konnte jedoch aufgrund ihres Krankenhausaufenthalts den bisherigen Erfolg des Werkes nicht live miterleben.
„Ich lese die Abendzeitung jeden Tag“, betonte Berger liebenswürdig, „und nicht nur jetzt in der Reha.“ Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu, dass sie noch nie eine Zeitung aus dem Verkaufskasten entwendet habe. Als ihr Sohn scherzhaft anmerkte: „Das klingt, als ob Du andere schon geklaut hättest…“, lachte sie herzlich und überließ es dem Publikum, über diese sanfte kriminelle Energie in ihrem Charakter zu spekulieren.
Security-Begleitung als Vorsichtsmaßnahme
Zwei Security-Männer begleiteten Senta Berger während des gesamten Abends. Ihre Aufgabe bestand jedoch weniger im Personenschutz, sondern vielmehr darin, die Krücken zu halten und sicherzustellen, dass kein weiterer Sturz passiert. Die beiden Begleiter in dunklen Anzügen hielten ihr den Weg frei, als sie sich in eine der Mittelreihen des Kinosaals mit 330 Plätzen setzte.
Unter großem Applaus krückte Berger am Ende der Vorführung elegant auf die Bühne und nahm ihre getönte Brille ab. „Keine Angst, ich falle nicht von der Bühne“, versicherte sie dem Publikum mit einem deutlichen Verweis auf ihren Unfall in Hamburg. Dort war sie während einer Lesung gestürzt und hatte sich den Oberschenkel gebrochen.
Emotionale Tiefe durch persönliche Verluste
Vor der Leinwand des Rio Palasts nahm Senta Berger gemeinsam mit ihrem Sohn Simon Verhoeven und dem jungen Hauptdarsteller Bruno Alexander Platz. Verhoeven, der den Film inszenierte, betonte, dass die enge Mutter-Sohn-Beziehung während der Dreharbeiten keine Belastung, sondern eine Stärke gewesen sei. Beide seien durch den Tod von Michael Verhoeven, Ehemann und Vater, vor zwei Jahren emotional besonders tief mit der Geschichte verbunden gewesen.
„Der Tod meines Vaters hat eine Lücke gerissen“, erklärte Simon Verhoeven nachdenklich. „Trauerfall ist ein unpassendes Wort.“ Senta Berger ergänzte, dass der Kern des Films nicht die Liebe der Großeltern zueinander sei, sondern die Begeisterungsfähigkeit der Schauspielschüler. „Das Ja zum Leben, während die anderen den Abschied nehmen müssen“, fasste sie die zentrale Botschaft zusammen.
Zukunftspläne und weitere Vorführungen
Die nächste Lesereise mit Friedrich von Thun ist bereits für Mai fest eingeplant. Berger versprach außerdem eine weitere Vorführung im Münchner Theatiner Kino, sobald ihre Ärzte ihr den entsprechenden Ausgang gewähren. Nach diesem erfolgreichen Abend im Rio Palast scheint dies nur noch eine Formsache zu sein.
Der Film „Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff, den Senta Berger vor acht Jahren nicht nur ihrem Sohn, sondern allen Bekannten geschenkt hatte. Bruno Alexander, der im Film den Autor verkörpert, erhielt von Berger charmant das Rampenlicht überreicht, was die Großzügigkeit der erfahrenen Schauspielerin unterstrich.



