Sigmar Solbach: TV-Star hasst rote Teppiche und findet Erfüllung im Theater
Sigmar Solbach: Rote Teppiche sind nicht seine Welt

Sigmar Solbach: Ein TV-Star im Rückzug von der Glamour-Welt

Der deutsche Schauspieler Sigmar Solbach (79) zählt zu den großen Fernsehpersönlichkeiten, die über Jahrzehnte als Arzt, Brauereierbe und Frauenschwarm die Zuschauer begeisterten. Doch auf gesellschaftlichen Events sucht man den Münchner Wahlheimatler vergeblich. In einem exklusiven Interview mit BILD verrät der Star, warum rote Teppiche für ihn ein Albtraum sind.

Phobie vor Selbstdarstellung und Atemnot bei Filmbällen

„Rote Teppiche sind nicht meine Welt. Da habe ich eine Phobie entwickelt. Diese Selbstdarstellung bereitet mir körperliche Schmerzen“, erklärt Solbach entschieden. Der Schauspieler, der seit 1972 in München lebt, zieht sich lieber auf sein Segelboot zurück, radelt durch die bayerische Landeshauptstadt oder trifft sich mit Freunden, für die er einfach der Sigmar ist.

„Ich trage meine Erfolge nicht vor mir her. Ich bekomme Atemnot, wenn ich mich in Räumen befinde, die mit Egos angefüllt sind. Wie bei Filmbällen. Diese Schwingungen von Menschen, die nach Aufmerksamkeit buhlen, die wichtig sein und gesehen werden wollen, tun mir seelisch weh“, beschreibt Solbach seine Abneigung gegen die Glamour-Szene. Beim Interview im Hotel Bayerischer Hof bestellt er bescheiden Pfefferminztee und betont: „Alkohol trinke ich so gut wie gar nicht. Und wenn, dann mal ein Bier oder ein Glas Wein.“

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Vom TV-Star zum Theaterliebhaber

Wie wohltuend uneitel der einstige Star aus Serien wie „Schwarzwaldklinik“, „Das Erbe der Guldenburgs“, „Traumschiff“, „Dr. Stefan Frank“ oder „Diese Drombuschs“ geblieben ist, zeigt seine aktuelle künstlerische Ausrichtung. „Gedreht habe ich schon lange nicht mehr, obwohl ich das körperlich locker schaffen würde. Ich habe dreimal mit dem Segelschiff den Atlantik überquert“, sagt Solbach lachend.

Doch für Fernsehprojekte fehlt ihm die Begeisterung: „Aber mir haben die Bücher nicht gefallen. Und Regisseure und Schauspieler haben bei TV-Filmen kaum noch Mitspracherechte. Ich spiele lieber Theater. Zu spüren, wie die Menschen dir zuhören, wie du ihnen direkt etwas vermitteln kannst, ist das schönste Geschenk.“ Seine Devise: „Eine Rolle muss mich berühren, mir die Haare aufstellen. Sonst mache ich es nicht.“

Ehe-Geheimnis: Reden und Freiräume geben

Bis zum 19. April ist Solbach in der Komödie „Der Abschiedsbrief“ im Bayerischen Hof zu sehen, wo er den Ehemann von Michaela May spielt. Das Stück thematisiert einen Suizidversuch und dessen Verhinderung. „Diese Geschichte zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, nicht wortlos nebeneinanderherzuleben“, reflektiert der Schauspieler.

Seit 24 Jahren ist Solbach mit seiner zweiten Frau Claudia verheiratet, die er in ihrer früheren Tätigkeit als Maskenbildnerin kennenlernte. „Meine Frau Claudia und ich sind seit 24 Jahren verheiratet. Wir reden viel und finden immer eine Lösung, wenn es Differenzen gibt. Man muss gelassen bleiben, dem anderen Freiräume geben und ihn nicht nach seinem Gusto formen. Das hält Liebe jung“, verrät Solbach sein Erfolgsrezept für eine glückliche Partnerschaft.

Der Schauspieler, der 1994 mit der RTL-Arztserie „Dr. Stefan Frank“ seinen großen Durchbruch feierte, bleibt damit seiner bescheidenen Art treu – fernab von roten Teppichen, aber nah an den Dingen, die ihm wirklich wichtig sind: authentische Kunst, menschliche Begegnungen und ein erfülltes Privatleben in seiner Wahlheimat München.

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