Stephan Zinner: Vom Kino-Metzger zur Kultfigur auf der Fastenbühne
Stephan Zinner, bekannt aus Kino, Fernsehen und Kabarett, übernimmt als prominenter Fastenredner die traditionsreiche Bühne des Nockherbergs. Der Münchner Allrounder gilt als erste Wahl für diese prestigeträchtige Rolle und verbindet dabei gekonnt althergebrachte Tradition mit modernem Unterhaltungswert.
Vom Schauspieler zum gefragten Bühnenkünstler
1974 in Trostberg geboren, strebte Stephan Zinner früh eine Karriere als Schauspieler an. Nach seiner Ausbildung an der Münchner Schauspielschule Zerboni war er Ensemblemitglied im Salzburger Landestheater und bei den Münchner Kammerspielen. Seine Filmkarriere umfasst zahlreiche Produktionen, darbeiten mehrere Filme von Marcus H. Rosenmüller wie Beste Zeit, Räuber Kneißl oder Die Perlmutterfarbe sowie Ralf Westhoffs Speed-Dating-Film Shoppen.
Dem Fernsehpublikum wurde er durch Formate wie Tatort, Rosenheim Cops oder die Bergretter bekannt. Den endgültigen Durchbruch schaffte er jedoch als Metzger in den erfolgreichen Eberhofer-Krimis, darunter Dampfnudelblues, Leberkäsjunkie und Rehragout-Rendezvous. Aktuell ist Zinner als Ermittler im Münchner Polizeiruf 110 zu sehen und feierte seine Premiere als Pfarrer im BR-Sechsteiler Himmel, Herrgott, Sakrament.
Musikalische Leidenschaft und literarisches Schaffen
Neben der Schauspielerei ist die Musik seine zweite große Leidenschaft. Mit Kollegen wie Stefan Leonhardsberger oder Hannes Ringlstetter steht er regelmäßig für musikalische Lesungen auf der Bühne. Zuletzt tourte er mit Letzterem mit dem Programm 2 Typen, 2 Gitarren, 2 Bücher durch Deutschland. Privat begeistert er sich für Folk, Countrymusik und Blues, wie er in einem Interview 2018 verriet.
Stephan Zinner tritt auch solo auf, zuletzt mit dem Programm Der Teufel, das Mädchen, der Blues und ich. Beim Heyne-Verlag erschien sein Buch Prachtexemplar, eine Sammlung von Geschichten zwischen Bühne, Baumarkt und Familientisch, die sich mit den Kuriositäten des Alltags befassen. Darin gewährt er Einblicke in sein Leben mit Frau und Kindern in München.
Die ideale Wahl für den Nockherberg
Den Nockherberg kennt Stephan Zinner bestens: Stolze 15 Jahre lang, von 2004 bis 2019, schlüpfte er dort im Singspiel in die Rolle des Markus Söder. Als sich die Paulaner-Brauerei vom vorherigen Fastenredner Maxi Schafroth trennte, war Zinner laut einer Sprecherin die erste Wahl. Lange überlegt habe ich nicht, sagte Zinner daraufhin zur AZ, schließlich komme so eine Chance nur einmal im Leben.
Der Wunsch der Brauerei nach einer traditionelleren Fastenrede ohne größere Musikeinlagen wird von Zinner erfüllt. Sogar auf ein spezielles Kostüm verzichtet der Schauspieler und bedient sich einfach aus seinem eigenen Kleiderschrank. Die Verkleidung überlässt er lieber seinen Schauspieler-Kollegen im Singspiel. Die Prognosen für seinen Auftritt sind ausgezeichnet, und es besteht gute Chance, dass es nicht bei diesem einen Mal bleiben wird.
Im Vergleich zu seinen Vorgängern der letzten 20 Jahre – darunter Bruno Jonas, Django Asül, Michael Lerchenberg, Luise Kinseher und Maxi Schafroth – bringt Zinner eine besondere Prominenz mit, die über das Kabarett-Publikum hinausreicht. Seine vielseitige Karriere und seine Vertrautheit mit der Nockherberg-Bühne machen ihn zur idealen Besetzung für diese traditionsreiche Rolle.



