Trauer um Boston-Frontmann Tommy DeCarlo
Der Leadsänger der legendären US-Rockband Boston, Tommy DeCarlo, ist im Alter von 60 Jahren verstorben. Wie sein Sohn Tommy auf Facebook mitteilte, erlag der Musiker am Montag den Folgen eines Hirntumors. Bereits im September vergangenen Jahres hatten Ärzte die schwerwiegende Erkrankung bei ihm diagnostiziert.
Vom begeisterten Fan zum festen Bandmitglied
Die Karriere von Tommy DeCarlo bei Boston liest sich wie eine moderne Märchengeschichte. Nach dem tragischen Suizid des früheren Sängers Brad Delp im Jahr 2007 plante die Band ein Tributkonzert. Der leidenschaftliche Boston-Fan machte die Musiker auf seine Myspace-Seite aufmerksam, auf der er Coverversionen ihrer Songs veröffentlicht hatte. Er bot sogar an, einen selbstgeschriebenen Song zu Ehren von Delp vorzutragen.
Zunächst zeigte die Band zwar Interesse, doch dann geschah das Unglaubliche: Gitarrist und Bandgründer Tom Scholz hörte sich DeCarlos Version von „Don't Look Back“ an – und lud ihn spontan zum Tributkonzert ein. „Ich hätte nie geglaubt, dass das jemals passieren könnte“, erinnerte sich DeCarlo später. „Und das Nächste, was ich wusste, war, dass ich auf dem Weg nach Boston war, um mit BOSTON zu spielen...“ Dieser Auftritt markierte den Beginn seiner fast 20-jährigen Karriere als Frontmann der Kultband.
Erfolgreiche Ära mit historischem Erbe
Fast zwei Jahrzehnte lang stand Tommy DeCarlo als Leadsänger von Boston auf der Bühne. Allerdings hatte die Rockband ihre größten kommerziellen Erfolge bereits lange vor seiner Zeit gefeiert. In den 1970er Jahren eroberte Boston die internationalen Charts mit zeitlosen Hits wie „More Than A Feeling“ und „Long Time“. Das Debütalbum „Boston“ aus dem Jahr 1976 verkaufte sich allein in den Vereinigten Staaten über 17 Millionen Mal und zählt zu den erfolgreichsten Erstveröffentlichungen der Musikgeschichte.
Traurige Parallelen in der Bandgeschichte
Der 9. März stellt für die Boston-Bandgeschichte einen besonders traurigen Tag dar. Genau an diesem Datum nahm sich im Jahr 2007 der frühere Sänger Brad Delp im Alter von 55 Jahren das Leben. Auf der offiziellen Band-Webseite werden nun beide Todestage genannt, was die tragischen Verluste innerhalb des Boston-Universums unterstreicht.
Tommy DeCarlos ungewöhnlicher Weg vom begeisterten Fan zum festen Bandmitglied bleibt als inspirierende Geschichte in Erinnerung. Sein Tod hinterlässt nicht nur in der Musikwelt, sondern besonders bei den zahlreichen Boston-Fans weltweit eine schmerzhafte Lücke. Die Rockgemeinde trauert um einen Sänger, der seine Leidenschaft für die Musik bis zuletzt lebte und mit seiner authentischen Bühnenpräsenz Generationen von Musikliebhabern begeisterte.



