Der Graf von Unheilig: Warum Musik und ein Dackel seine Familie sind
Bernd Heinrich Graf, besser bekannt als der Graf von Unheilig, öffnet sich in einem tiefgründigen Interview über sein Privatleben. Der 56-jährige Sänger, dessen raue Stimme und zarte Texte Millionen begeistern, erklärt, warum er keine Kinder hat, dafür aber mit seinem Dackel Vincent glücklich ist. „Mein Kind war immer die Musik“, sagt der Künstler und betont, dass er nie den Plan hatte, eine Familie zu gründen.
Eine märchenhafte Liebesgeschichte und die Entscheidung gegen Kinder
Der Graf lernte seine Frau bereits im Alter von fünf Jahren am Bodensee kennen. „Wir haben eine Woche gemeinsam gespielt. Danach sagte ich zu meiner Mutter: Wenn ich groß bin, heirate ich sie“, erzählt er. Diese Kindheitsliebe hielt ein Leben lang, doch Kinder waren nie Teil des Plans. „Ich wurde so erzogen, dass man erst ein Kind bekommen sollte, wenn man hundertprozentig dafür sorgen kann. Der richtige Moment kam nie“, erklärt der Sänger. Stattdessen teilen die Grafs ihr Leben mit Dackel Vincent, den sie als Familienmitglied und tägliche Freude auf vier Pfoten beschreiben.
Die Rolle seiner Frau und der Kampf mit dem Stottern
Seine Frau unterstützte ihn jahrelang, auch finanziell, und glaubte an ihn, als er selbst zweifelte. 2009, kurz vor der Veröffentlichung des Albums „Große Freiheit“, wollte der Graf mit der Musik aufhören. „Ich habe keinen Bock mehr. Ich höre auf“, sagte er damals. Seine Frau ermutigte ihn jedoch: „Mach mal weiter, mach weiter“. Ohne sie hätte er aufgegeben, gesteht der Künstler.
Im Interview spricht der Graf auch offen über sein Stottern, das ihn seit der Kindheit begleitet. „Ich bin von Kindheit an ein Stotterer. Da hat sich mein Leben schlagartig geändert“, sagt er. In der Schule wurde er ausgelacht, Lehrer hielten ihn für „dumm in der Zeit“. Seine Eltern, die erst vor Kurzem starben, unterstützten ihn mit Logopädie und Psychologen. Besonders seine Mutter stärkte ihn mit kleinen Zetteln in Schulbüchern und Brotpapier, auf denen stand: „Du kannst das. Hab keine Angst. Du schaffst das“.
Die Bedeutung von Musik und tierischer Begleitung
Für den Graf ist die Musik nicht nur Beruf, sondern Lebensinhalt. Der Erfolg mit Unheilig füllt Stadien, doch im Privaten bevorzugt er die Ruhe mit seiner Frau und dem Dackel. „Wir hatten nie den großen Plan, eine Familie zu gründen“, wiederholt er. Stattdessen konzentriert er sich auf seine Karriere und die tierische Begleitung. Vincent, der Dackel, symbolisiert für ihn die einfachen Freuden des Lebens und ersetzt nicht Kinder, sondern ergänzt seine persönliche Definition von Familie.
Der Graf betont, dass seine Entscheidung gegen Kinder weder bereut noch als Verzicht empfunden wird. Vielmehr sieht er in seiner Musik und der Partnerschaft mit seiner Frau sowie dem Dackel eine erfüllende Alternative. „Ohne meine Frau hätte ich aufgehört“, sagt er und unterstreicht damit, wie sehr sein privates Glück mit seinem künstlerischen Erfolg verwoben ist.



