Die deutsche ESC-Teilnehmerin Sarah Engels hat sich gegen eine Politisierung des Eurovision Song Contests ausgesprochen. Die 33-jährige Sängerin betonte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, dass die Veranstaltung nicht der richtige Ort für harte politische Auseinandersetzungen sei. „Auf der Welt passieren aktuell schlimme Dinge. Davor darf man auf keinen Fall die Augen verschließen“, sagte Engels. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Eurovision Song Contest die falsche Bühne ist, um tiefe politische Konflikte auszutragen.“
Hintergrund: Boykott mehrerer Länder
Der Hintergrund ihrer Aussage sind die anhaltenden politischen Debatten über das größte Musikevent der Welt. Mehrere Länder – darunter Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island – boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr. Sie reagieren damit auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen. Die fünf Länder hatten zuvor gefordert, den jüdischen Staat vom ESC auszuschließen. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) kam dieser Forderung jedoch nicht nach, woraufhin die Länder ihren Rückzug erklärten.
Auslöser des Gazakriegs
Auslöser des Gazakriegs war das Massaker der islamistischen Hamas und anderer Terroristen in Israel am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 verschleppt wurden. Der Konflikt hat zu internationalen Spannungen geführt und auch den ESC in den politischen Fokus gerückt.
Engels‘ Position: Musik als verbindende Kraft
Engels, die für Deutschland mit ihrem Lied „Fire“ antritt, betonte die verbindende Kraft der Musik. „Für mich ist das ein Ort für Musik, für Leidenschaft und dafür, Menschen emotional miteinander zu verbinden – egal woher sie kommen“, sagte sie. „Es wäre einfach traurig, wenn diese verbindende Kraft verloren geht, weil wir versuchen, dort Probleme zu lösen, die eigentlich ganz woanders hingehören.“ Sie finde, dass man das trennen können müsse – „ohne die Wichtigkeit der Themen herabzustufen“.
ESC-Finale in Wien
Das ESC-Finale findet am 16. Mai in Wien statt. Für Deutschland tritt Engels mit ihrem Song „Fire“ an. Die Sängerin hatte zuvor bereits für Schlagzeilen gesorgt, als sie südafrikanische Kinder auf ihrem Song singen ließ und sich dafür nach Kritik rechtfertigen musste.



